Der Bien

Der Organismus des Biens besteht aus der weiblichen "Königin", welche die Trägerin des Eierstockes ist, einer Vielzahl von " Arbeitsbienen" (mind. 200 bis ca. 80.000), welche gleichfalls weiblich Geschlechts, jedoch Trägerinnen der Wachs- und Nährdrüsen sind (speziell des Chylusmagens) und den " Drohnen", welche in wechselnder Anzahl vor dem Höhepunkt der Entwicklung des Biens im Frühjahr im Bien erscheinen, männlichen Geschlechts und Träger des Sperma sind. Zu diesen entwickelten Gliedern des Biens kommen noch die noch nicht vollständig entwickelten Glieder hinzu: die Eier, Maden, die gedeckelte Brut, welche zu ihrer Entwicklung das Wabenwerk oder Wachsgebäude benötigen, der Pollen und der Nektar als Nährstoffe, ohne die der Bien nicht überleben könnte. Martin Lindauer, Thomas Seeley, Jürgen Tautz u. a. sprechem daher von dem Superorganismus Bienenstaat.

Der Begriff Organismus beinhaltet, dass dessen Glieder alle einen gemeinsamen Ursprung haben und sich nur durch ihre besondere Funktion unterscheiden. Genau so ist es auch beim Bien. Seine Glieder haben alle ihren anatomischen Ursprung im Ei, aus welchem sich dann die charakteristischen Organe (Königin, Arbeiterin, Drohn) entstehen. Bei all diesen drei Bienenwesen sind die allgemein zum Leben notwendigen Organe gleich ausgebildet (Bewegungs-, Verdauungs-, Atmungs-, Sinnesorgane), auch das Nervensystem und die Blutgefäße. Nur die Geschlechtsorgane kommen auf Kosten der übrigen Organe bei jedem spezifischen Glied des Biens zur vollen Entwicklung:

  • Bei der Königin ist es der Eierstock, der zu Gunsten der Nährdrüsen und des Verdauungsapparates zur vollen Entfaltung kommt. Sie kann weder Rohstoffe sammeln, noch aufnehmen und verdauen. Jungbienen füttern zeitlebens die Königin mit Gelee Royale und umgeben sie als Hofstaat um sie zu pflegen und Kontakt zu halten. Kann sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, wird sie vom Bien abgestoßen und ausgetauscht (stille Umweiselung). Für ihre Tätigkeit sind jedoch Voraussetzung, dass der Wabenbau, die Arbeitsbienen und die Drohnen zur Verfügung stehen.
  • Bei der Arbeiterin ist es gerade umgekehrt. Hier treten zu Gunsten der Drüsen (Futtersaft- u. Giftdrüse = Geschlechtsdrüsen) sowie der Sammel- und Verdauungsorgane die Eierstöcke völlig in den Hintergrund. Sie sind zwar noch vorhanden und können in besonderen Situationen wieder aktiviert werden (Drohnenmütterchen). Für ihre Existenz und Tätigkeit sind die Königin, der Wabenbau, die Gesellschaft mit den anderen Arbeiterinnen und die Drohnen notwendig.
  • Beim Drohn sind die charakteristischen männlichen Geschlechtsorgane vollkommen ausgebildet und dies auf Kosten der Sammel- und Verdauungsorgane. Er ist ja ganz und gar auf die Ernährung von Seiten der Arbeiterinnen angewiesen und sobald das Organ "Drohn" für die Lebenserhaltung des Bien nicht mehr wichtig ist, wird es abgestoßen (Drohnenschlacht). Voraussetzung für ihre Existenz sind die Königin, die Arbeiterinnen und der Wabenbau.

Damit wird wieder deutlich wie doch jedes Glied des Organismus Bien stets auf alle anderen angewiesen ist und dass das Ganze jedes einzelne voraussetzt. Für sich ist zwar jedes selbst organisiert, kann aber ohne die anderen nicht existieren und nur durch das harmonische und zweckmäßige Zusammenwirken ist das Ganze lebensfähig.

Die Grundform seiner Anordnung aller Glieder des Bien können wir am besten während der Winterruhe erkennen: Wann und wo immer es möglich ist, bildet der Bien eine Kugel.


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