Imker initiieren Projekt mit Behindertenhilfe

 

Die Behindertenhilfe Norden stellt ab jetzt Rämhchen für Bienenkörbe her. Der Imkerverein Norden bringt die Vereine aus Marienhafe und Krummhörn-Emden mit ins Boot.

 

 

Auf der Gewerbeschau  in  Norden  bestaunten Thorsten de Buhr, erster Vorsitzender des Imkervereins Norden, und Eberhard Janssen, Wanderwart des Vereins, die Bienenbeuten der Behindertenhilfe Norden. Den modernen Bienenkasten stellt die soziale Einrichtung seit ungefähr zwei Jahren auf Bestellung her und verkauft ihn meistens an Hobbyimker. "Dieser Kasten ist für einen Imker mit mehreren Völkern  ungeeignet,  denn  er ist viel zu schwer, aber die Herstellung ist qualitativ hochwertig und die kleinen Rähmchen brauchen wir für unsere mobilen Bienenbeuten ebenfalls"; erklärte de Buhr ausführlich. Die kleinen Rähmchen sind ein Holzrahmen, der mit dünnem Draht bespannt ist, auf den eine Wachsplatte gelegt und mithilfe von Strom fixiert wird. An diese Wachsplatten bauen die Bienen ihre Honigwaben. "Die Bienenbeute hat drei Ebenen mit jeweils bis zu 33 Rähmchen. Die wiegen mit Wachsplatte nix, aber  mit  Honig  gefüllt sind sie bis zu drei Kilogramm. "Da der Honig heraus geschleudert wird, halten die Rächen nicht sehr lange", erklärte Wanderwart Janssen. Zusammen mit Heinz Keller, Gruppenleiter im Bereich Holz der Behindertenhilfe Norden startete man ein Pilotprojekt Rähmchen zu bauen. "Das klappte sehr gut und ein solches Projekt passt auch gut in die Arbeitsweise und -abläufe bei uns"; setzte Uwe Janßen, Bereichsleiter der Werkstätten, fort. Auch die  Imker  waren von der Arbeit der Behindertenhilfe überzeugt und riefen ihre Vereinsmitglieder auf, eine Groflbestellung für Rähmchen aufzugeben. "Unsere Mitglieder und die Vereine Marienhafe und Emden-Krummhörn wollen ein solches Projekt auch unterstützen, damit sind wir über 130 Imker mit weit mehr als 500 Bienenvölkern"; erklärte de Buhr.

Die Herstellung der Rähmchen kommt den ostfriesischen Imkern mehr als passend, so hat doch der einzige ostfriesische Laden für Imker-Bedarf in Aurich Ende Oktober geschlossen. "Die Eigentümerin war über 80 Jahre alt und möchte einfach nicht mehr weitermachen"; erklärte de Buhr. Eine Stelle, wo man die täglichen Arbeitsmaterialien wie Rähmchen kaufen kann, sei deutlich besser als auf die Bestellungen aus dem Internet warten zu müssen, so die Imker weiter. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Landstrichen kann sich besonders der westliche Teil Ostfrieslands nicht über einen Bienenmangel  beschweren, die vielen Imker in den Vereinen pflegen ihre Bienenvölker, um die vielen Rapsfelder und andere Blütezeiten mitzunehmen.

„Dieses Jahr habe ich über 500 Kilogramm Honig ge-schleudert, da waren Tage da-bei, da habe ich morgens an-gefangen und erst spätabends die Schleuder abgestellt“, berichtet der erste Vorsitzende.

Für die Behindertenhilfe wäre eine Herstellung von Rähmchen insofern passend, als dass die Herstellung nicht zeitgebunden ist und die Produktion durchaus wirtschaftlich ist: „Das Preis- /Leistungs-Verhältnis  passt  zu  unseren Produktionslinien,  außerdem können wir im Winter etwas vorproduzieren, um dann den großen Bedarf im Sommer decken zu können. Jahresproduktionen sind die geeignetsten für unsere Mitarbeiter“, erklärt Bereichsleiter Janßen. Kellers Gruppe hatte nur das Pilotprojekt betreut und für massenkompatibel erklärt, eine echte Produktion würde in den größeren Abteilungen stattfinden. Nachdem sich Imkerverein und Behindertenhilfe nun ausgetauscht haben, wird die Produktpalette der Imker natürlich noch einmal kritisch begutachtet, ob es eventuell weitere Produkte gibt, die sich in Norden herstellen lassen könnten. Dass eine Zusammenarbeit nun schon zu Stande gekommen ist, freut beide Seiten gleichermaßen: „Mit der Behindertenhilfe  etwas  zusammen machen zu können, freut uns besonders, denn wir möchten die Region unterstützen und nicht irgendeinen  Internethandel.Unsere  Nachbarvereine sehen das genauso, daher auch die spontane und schnelle Zusage, auch eine Bestellung aufzugeben“, fährt de Buhr fort. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Aufgaben, eine Win-win-Situation für uns alle“, ergänzt Janßen.