Volksbegehren endet auch im Altkreis Norden erfolgreich

Ziel frühzeitig erreicht: Landtag beschließt Gesetzesänderungen für mehr Natur- und Artenschutz

Grünland und artenreiche Wiesen sowie Gewässerrandstreifen werden besser geschützt, der Pestizideinsatz in wichtigen Naturbereichen wird verboten, der Wiesenvogelschutz wird ausgeweitet, heimische Baumarten gefördert und der Anteil des Ökolandbaus gesteigert: Diese und weitere Eckpunkte für besseren Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen hat das niedersächsische Parlament diese Woche beschlossen und gesetzlich verankert.

Das „Aktionsbündnis Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden begrüßt die Landtagsbeschlüsse. Alma Seeba, Vorsitzende des Nabu im Altkreis Norden, sagt: „Ohne das Volksbegehren hätte es den Niedersächsischen Weg und die heutigen Beschlüsse im Landtag niemals gegeben. Das ist ein guter Tag für den Naturschutz und ein Erfolg für das Volksbegehren!“. Und Thorsten de Buhr, Vorsitzender des Norder Imkervereins, unterstreicht: „Nur der Druck durch unser breites Volksbegehren-Bündnis in Niedersachsen hat alle an einen Tisch mit den Umweltverbänden gebracht: die Landesregierung, die Koalitionsfraktionen im Landtag und das Landvolk. Das wäre ohne das Volksbegehren sonst nicht passiert. Jetzt hat der Landtag weitgehend das beschlossen, was wir mit dem Volksbegehren erreichen wollten. Auch wenn wir nicht zu 100 Prozent unsere Ziele erreicht haben – in Ostfriesland bleibt zum Beispiel der Gewässerschutz unzureichend – so sind die jetzt beschlossenen Änderungen im Naturschutz-, Wald- und Wassergesetz eine deutliche Verbesserung für die Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen.“ Lara Wunder vom Verein VAIR Ostfriesland aus Berumbur möchte den Schwung fürs Weitermachen nutzen. Immerhin hätten bis zum 1. November im Altkreis Norden ca. 1500 Menschen – etwa 5 malso viele als notwendig gewesen wären – das Volksbegehren unterschrieben – „wofür wir uns alsAktionsbündnis bedanken, auch bei allen, die uns unterstützt haben, indem sie bei Freunden,Verwandten und Nachbarn ebenfalls gesammelt haben. Landesweit haben wir 138.118 gültige Unterschriften erreicht – damit konnten wir die Zahl seit Anfang September fast verdoppeln. Diese Unterschriften zeigen, wie wichtig den Menschen das Thema Artenschutz ist – und dass man mit politischem Druck viel erreichen kann, den wir weiter nutzen werden“.

„Klar ist“, so Walter Zuber, Sprecher der Grünen aus Norden, „das Insekten- und Artensterben ist nach wie vor dramatisch und nicht mit dem heutigen Tag beendet. Wir werden uns weiter für besseren Natur- und Artenschutz einsetzen, was insbesondere für die in Ostfriesland zahlreichen Gewässer 2. und 3. Ordnung und den Wiesenvogelschutz gilt.“ Auch bei der Umsetzung des Gesetzes gelte es, genau hinzuschauen. Als erstes sei der Landkreis gefordert, die Untere Naturschutzbehörde mit genügend Personal aufzustocken, um den zügigen Vollzug des Gesetzes sicher zu stellen. Aber auch die Landwirte seien gefordert, ihre Versprechen zu verwirklichen. Die unendliche Hängepartie wie bei der Realisierung der EU-Gülleverordnung, dürfe sich nicht wiederholen. Die damit verspielte Reputation könnten die Landwirte nun durch eine zügige und wirksame Umsetzung des neuen Gesetzes vielleicht wiedererlangen. 

Volksbegehren gestartet

Pro Bogen sind nur Unterschriften aus der gleichen Gemeinde zulässig

Das Artensterben macht keine Pause, die Aktionsgruppen in ganz Niedersachsen haben die aktive Phase des Volksbegehrens „Artenvielfalt.Jetzt!“ mit dem Sammeln von Unterschriften gestartet. Im Norderland sind am Donnerstagabend (18. Juni) von den Mitgliedern des Aktionsbündnisses die letzten Vorbereitungen getroffen worden.

Neben vielen anderen Gruppen und Parteien haben sich auch die Imkervereine Norden und Marienhafe der Initiative angeschlossen. „Die Hälfte von 11.000 Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen sind bedroht. Das Bienen- und Insektensterben ist dramatisch, es fehlt ihnen in unserer ausgeräumten Landschaft an ausreichend Lebensraum. Um die Artenvielfalt in Niedersachsen zu sichern, brauchen wir bessere gesetzliche Regelungen. Die legen wir mit dem Volksbegehren vor“, begründen der Vorsitzende des Norder Imkervereins, Thorsten de Buhr aus Hage, und Helmut Freese als Vorsitzender der Marienhafer Imker.innen ihr Engagement.

 „Ab sofort kann unterschreiben, wer Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen besser schützen will“, informiert Imkerin Franziska Prelle von der Aktionsgruppe „Volksbegehren.jetzt!“ im Altkreis Norden. Mit dabei ist unter anderem auch der Naturschutzbund (Nabu). Dessen Vorsitzende im Altkreis Norden, Alma Seeba, warnt vor den drastischen Auswirkungen beispielsweise der Klimaveränderungen und der intensiven Landwirtschaft. „Wir müssen jetzt handeln, um das Artensterben in Niedersachsen zu stoppen.“

Insgesamt braucht es rund 610.000 gültige Unterschriften für ein erfolgreiches Volksbegehren in Niedersachsen. Unterschriftenlisten gibt es bei der Töpferei Labusch in Norden, Große Neustraße 6 oder sie können direkt per Mail unter material@artenvielfalt-niedersachsen.jetzt oder telefonisch unter der Nummer 0511/91105-25 bestellt werden, sie werden dann kostenlos zugeschickt. Wichtig: Das Unterschreiben ist nur auf den Original-Unterschriftenbögen gültig. Online kann man nicht unterschreiben, auch Kopien sind nicht zugelassen. Pro Bogen sind nur Unterschriften aus der gleichen Gemeinde gültig.

Ausgefüllte Listen – es passen bis zu acht Unterschriften auf einen Bogen – sind bei den jeweils zuständigen Einwohnermeldeämtern der Gemeinden abzugeben oder können direkt zum Aktionsbündnis geschickt oder dort abgegeben werden (Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt!, c/o Töpferei Labusch, Große Neustraße 6, 26506 Norden).

Zum Hintergrund. Als Initiatoren und Initiatorinnen haben das Volksbegehren Artenvielfalt unterschrieben: Klaus Ahrens, Vizepräsident des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes, Dr. Nick Büscher und Dr. Holger Buschmann vom Nabu sowie Hans-Joachim Janßen und Anne Kura von den niedersächsischen Günen. Weitere über 130 Bündnispartner, darunter der BUND, der WWF, Die Linke, die ÖDP sowie Imkerverbände, Vereine und Unternehmen unterstützen das Volksbegehren. Aufgrund der Corona bedingten Einschränkungen war der Start des Volksbegehrens im März zunächst verschoben worden. Unter Beachtung der Corona bedingten Abstands- und Hygieneregeln sammelt das Bündnis jetzt seit Anfang Juni Unterschriften. Alle Informationen rund um das Volksbegehren gibt es auch online unter www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt.

Mitglieder der Aktionsgruppe haben jetzt die letzten Vorbereitungen für die Unterschriften-Sammelaktion getroffen. Die Mitgliedsgruppen wollen in den nächsten Monaten eng zusammenarbeiten, auch wenn während des Fototermins am Haus der Vereine in Norden wegen der Coronabeschränkungen Abstand gehalten wurde.

Volksbegehren: Neue Aktionsgruppe im Altkreis

Artenvielfalt in Ostfriesland sichern! Unter diesem Motto hat sich eine Aktionsgruppe zum Niedersächsischen Volksbegehren „Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden gebildet. Zum Initiatorenkreis gehören Alma Seeba (NABU-Altkreis Norden), Helmut Freese (Imkerverein Marienhafe), Imkerin Franziska Prelle, Thorsten de Buhr (Imkerverein Norden), Clemens Brilla (Klimagruppe Norden) sowie Heiko Schwerin-Müllner (Grüne Hage) und Walter Zuber (Grüne Norden). Das Bündnis ist für alle offen, die für den Erfolg des Volksbegehrens eintreten möchten.

Kontakt: altkreisnorden(at)artenvielfalt-niedersachsen.jetzt