Der alte Vorstand ist der neue

Der alte Vorstand ist der neue

Imker und Imkerinnen blicken auf gutes Honigjahr zurück

Norden – Die Mitglieder des Imkervereins Norden haben während der jüngsten Jahresversammlung 11. Februar 2026) im Haus der Vereine ihren Vorstand bestätigt. An der Spitze steht weiterhin Thorsten de Buhr (Hage), sein Stellvertreter wird auch künftig Walter Schadt (Norden) sein. Richard Fransen (Norden) bleibt Schriftwart und ist weiterhin zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Die Kasse wird wie bisher von Melissa Nannen geführt. Die Kassenprüfung übernimmt wiederum Walter Ehmen. Die Funktion des Wanderwartes nimmt auch künftig Eberhard Janssen (Norden) wahr.

Das Jahr 2025 war für den Imkerverein Norden nach den Worten von Thorsten de Buhr wieder ein ereignisreiches und facettenreiches Jahr. „Trotz wechselhafter Wetterbedingungen und klimatischer Herausforderungen war das Jahr 2025 ein sehr gutes Honigjahr“, zeigte sich der Vorsitzende unterm Strich mit der Honigernte mehr als zufrieden. „Das trifft sowohl für die die Früh- beziehungsweise Sommertracht als auch für den Rapshonig zu.“ 

Die größte Herausforderung ist nach Ansicht von de Buhr nach wie vor die Mitgliederentwicklung. „Davon hängt am Ende die Existenz unseres seit über 100 Jahren bestehenden Vereines ab. Das Hobby der Imkerei ist nicht unter den Top Ten vertreten, sondern weit abgeschlagen. Der Hype um die Bienen ist längst Geschichte. Das Insektensterben hält zwar an, es ist jedoch nicht mehr präsent bei den Menschen“, sagte de Buhr. Auch sei das Imkern kein Hobby für zwischendurch, sondern es beanspruche viel Zeit, Platz und Investitionen. 

Eine Chance, die Mitgliederzahlen zu stabilisieren oder gar zu erhöhen sehen die Verantwortlichen seit Jahren in den Neuimkerschulungen. Der Imkervereine Norden bietet dieses Angebot gemeinsam mit den Marienhafer Imkern in diesem Jahr erstmals im Haus der Vereine am Norder Tief an. Bisher fanden die Kurse in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Norden statt. 

Seit dem 5. Februar lernen wieder 14 potenzielle Imkerinnen und Imker alles über die Imkerei. Da die Arbeit des Imkers beziehungsweise der Imkerin dem Rhythmus der Natur folgt, läuft ein Kurs mehrere Monate. Viel Wert wird dabei auch auf die praktische Ausbildung gelegt.Sie erfolgt nach den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes und des Imker-Landesverbandes Weser-Ems.  Ein anspruchsvolles und zuweilen zeitaufwendiges Hobby also. 

Bei den Aktivitäten bezeichnete de Buhr die Anlegung einer Streuobstwiese am Tief in Hage als das herausragende Ereignis in 2025. Unter der Anleitung des Norder Hobby-Pomologen Jupp Bohne pflanzten die Akteure verschiedene alte Sorten von Obstbäumen. Thorsten de Buhr dankte der Irma Waalkes Stiftung aus Emden, die die Anschaffung der Bäume finanziert und dem Flecken Hage, der die Fläche zur Verfügung stellt habe.

Die Vereinsmitglieder nahmen auch im vergangenen Jahr an der Norder Umweltaktion „Saubere Landschaft – saubere Stadt“ teil und besuchten mehrere Fortbildungsmaßnahmen sowie die Buckfast-Belegstelle auf Baltrum (die Buckfastbiene ist eine Züchtung der westlichen Honigbiene). 

Kritisch blickte Thorsten de Buhr auf die so genannte Baumchallange, die in den sozialen Netzwerken oftmals gefeiert worden sei, zurück. „Auch wir wurden damals nominiert und aufgefordert, einen Baum bei sommerlichen Temperaturen zu pflanzen. Nach reichlicher Abwägung haben wir uns entschlossen, an dieser Challange nicht teilzunehmen, da hier von Nachhaltigkeit keine Rede sein kann. Interessant wäre zu erfahren, wie viele Bäume überhaupt überlebt haben und tatsächlich in diesem Frühjahr noch stehen. Der Zeitpunkt war einfach falsch“, so de Buhr. 

Die Asiatische Hornisse (Externer Link zum Nabu) dringt zwar weiter in Europa vor, für das Norderland konnte de Buhr zumindest fürs letzte Jahr vorläufig Entwarnung geben. „Die Population der Asiatischen Hornisse konnte im letzten Jahr noch keine signifikanten Schäden an den Bienenvölkern anrichten. Es wurden zwar einige Sichtungen gemacht, allerdings blieb es dabei“, berichtete de Buhr, der auch Wespenbeauftragter im Raum Norden/Hage ist, beispielsweise von einer Sichtung in Hage. „Dennoch möchte ich an dieser Stelle zur höchster Vorsicht mahnen. Die Hornisse ist sehr angriffslustig. Ein Stich sollte unbedingt vermieden werden, da dieses unter Umständen in Verbindung mit Bienenstichen zur Allergie führen kann“, mahnte er. /RF