Unterschriften gegen das Artensterben

Aktionsbündnis hat Listen mit 350 Unterschriften an die Stadt Norden übergeben

„Die Menschen im Altkreis Norden treten für die Artenvielfalt ein, das zeigen uns die täglichen Rückmeldungen und zahlreichen Anfragen nach Unterschriftenbögen“, sagt der Imker Thorsten de Buhr vom „Aktionsbündnis Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden. Der Vorsitzende des Imkervereins Norden und die weiteren Mitglieder des Aktionsbündnisses Walter Zuber, Theda Meyer und Elisabeth Rightor überreichten am Montag (20. Juni 2020)  dem Ersten Stadtrat von Norden, Marcus Aukskel, 370 Unterschriften. Weitere Unterschriftenlisten sind nach Angaben des Aktionsbündnisses in den letzten Tagen von Bürgerinnen und Bürgern in den Gemeinden des Altkreises Norden abgegeben worden.

„Die notwendigen Regelungen für mehr Artenvielfalt erhalten wir nicht durch Absichtserklärungen sondern durch Gesetze. Die meisten Bürgerinnen und Bürger Niedersachsens sind in dieser Frage viel weiter als die Landesregierung, die von Lobbyisten der Agrarindustrie unter Druck steht und mit Sirenenklängen für den sogenannten Niedersächsischen Weg wirbt, ein Holzweg mit dem das Volksbegehren ausgehebelt werden soll“, gibt sich Walter Zuber von den Norder Grünen überzeugt. Eine Entschädigungsregelung für die Landwirtschaft enthalte auch das Volksbegehren.

Das Aktionsbündnis im Altkreis Norden wächst und besteht zur Zeit aus örtlichen Vertreter.innen des Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Imker.innen aus Norden, Hage, Marienhafe und Dornum, den Grünen in Hage und Norden sowie aus Einzelpersonen.

Aktuell ist VAIR-Ostfriesland dazu gekommen, eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Altkreis, die sich für Nachhaltigkeit engagieren und sich dabei an den UNO-Zielen für nachhaltige Entwicklung orientieren. Ziel aller Bündnismitglieder ist es, das Artensterben zu stoppen. Auch in Niedersachsen seien die Hälfte von 11.000 Tier- und Pflanzenarten bedroht, 62 Prozent der Wildbienenarten gefährdet und Millionen Brutvögel verschwunden, heißt es. Ein weiter so dürfe es nicht geben.

„Ich habe in den letzten Wochen oft mit Menschen über das Volksbegehren gesprochen, die die Möglichkeit nicht kannten, Gesetze über ein Volksbegehren zu erlassen. Ich freue mich, dass nun immer mehr von ihrem Recht Gebrauch machen, zum Wohle der Tiere und Pflanzen abzustimmen“, sagte Theda Meyer vom Norder Aktionsbündnis des Volksbegehrens am Montag. Sie lädt alle Interessierten zur Teilnahme am Aktionsbündnis des Altkreises ein.

 


Das Volksbegehren benötigt landesweit 610.000 Unterschriften, damit der Landtag über das Gesetz für mehr Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen entscheiden muss. Lehnt der Landtag die Forderungen ab, kommt es zu einem Volksentscheid.
Das Volksbegehren können alle unterschreiben, die in Niedersachsen ihren Wohnsitz haben und wahlberechtigt sind. Das Unterschreiben ist nur auf den Original-Unterschriftenbögen gültig. Online kann man nicht unterschreiben, auch Kopien sind nicht gültig. Pro Bogen sind nur Unterschriften aus der gleichen Gemeinde gültig.Unterschriftenbögen gibt es zu den Geschäftszeiten in der Töpferei Labusch in Norden, Große Neustraße 6. Dort können die ausgefüllten Unterschriftenbögen auch wieder abgegeben werden.

https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/