Norder Imker bestätigen Vereinsvorstand

Sorge um Insektenpopulationen – Mitgliederzahlen steigen

Die Mitglieder des Imkervereins Norden blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück, zumindest was die Mitgliederentwicklung und die Aktivitäten angeht. Vorsitzender Thorsten de Buhr zog während der jüngsten Jahresversammlung am 5. Februar im Haus der Vereine ein überaus positives Fazit der zurückliegenden Arbeit. Der Verein hat seinen Worten zufolge einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen können. Grund für die Entwicklung sei neben dem bundesweit diskutierten Insekten- und Bienensterben, das viele Menschen veranlasst habe, selbst aktiv zu werden, die gemeinsam mit dem Imkerverein Marienhafe angebotene Schulung von Neuimkern bzw. von Interessierten, die es gerne werden möchten. Viele der Teilnehmer.innen treten nach dem erfolgreichen Abschluss den Vereinen bei. Der Norder Verein hat nach eigenen Angaben 54 aktive Mitglieder, die insgesamt über 300 Bienenvölker betreuen.

Vorstand Imkerverein Norden
Die Mitglieder des Imkervereines Norden bestätigten während der jüngsten Jahresversammlung ihren Vorstand (v. l.): Alfons Köcklar (Schriftführer), Eberhard Janssen (Wanderwart), Walter Schadt (2. Vorsitzender), Thorsten de Buhr (1. Vorsitzender) und Walter Ehmen (Kassierer).

Wenig gutes konnte de Buhr dagegen über die Honigernte berichten. Sie sei wegen des kalten und teils trockenen Wetters geringer ausgefallen als 2018. Zu alledem hatten die Imker.innen im Spätsommer mit einem massiven Völkersterben zu kämpfen. „Die Völker sind regelrecht zusammengebrochen“, konnte der Vorsitzende über die Gründe lediglich mutmaßen – darunter ein hoher Befall vieler Völker mit der Varroamilbe. „Dieses Problem müssen wir sehr ernst nehmen“, nannte Gesundheitsobmann Walter Schadt den „zu warmen Winter“ mit den daraus resultierenden zu kurzen Ruhezeiten der Bienen als einen der Hauptgründe für den starken Befall durch die Milben. „Sie führt zu einer Grundschwächung der Bienenvölker“, mahnte Schadt die anwesenden Mitglieder, die Behandlung ernst zu nehmen.

Die Norder Imker haben sich im vergangenen Jahr bei etlichen Veranstaltungen präsentiert. Vorsitzender de Buhr nannte beispielhaft die Teilnahme am Rosenmarkt und am Erntedankfest in Norden sowie an der Müllsammlung der Stadt. Auch auf Norderney waren die Imker mit einem Infostand vertreten. Besonders hob de Buhr das Engagement von Siebo Büscher sowie Erika und Egon Gronewold hervor. Die drei Mitglieder haben den Schülerinnen und Schülern der Grundschulen in Hage und Berumbur durch ihr Kursangebot Einblicke in die Imkerei ermöglicht. „Das ist eine tolle Sache“, sprach de Buhr die Hoffnung aus, dass auch in diesem Jahr die Möglichkeit dazu bestehe. Die  Norder Imker wollen nach de Buhrs Worten auch in diesem Jahr wieder auf Veranstaltungen präsent sein und an der Müllsammelaktion in der Stadt teilnehmen.

Ein weiteres Thema war der Rückgang der Insektenpopulationen. Viele Lebensräume würden schleichend verschwinden, kritisierte der Vorsitzende, dass die Böschungen vieler Gräben zu intensiv gehäckselt würden. „Natürlich muss die Entwässerung der Ländereien gewährleistet werden, aber es gehen immer mehr Refugien für Insekten verloren.“ Weniger Insekten gleich weniger Vögel – selbst auf dem „platten Land“ sind nach den Beobachtungen einiger Mitglieder immer weniger Vögel zu beobachten. „Bei uns in Berumbur sind viele Vögel einfach von der Bildfläche verschwunden“, hieß es von einem dortigen Imker, der insbesondere auf den Rückgang des Rebhuhnbestandes hinwies. Diese Art erlitt nach den Beobachtungen von Experten wie kaum eine andere Vogelart in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Bestandsverluste. Nach den Zahlen des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) nahmen die Bestände deutschlandweit von 1980 bis 2016 um gut 91 Prozent ab. Ein wesentlicher Grund sei, dass die Küken von Insekten lebten und auf den intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen die Rebhühner nicht mehr ausreichend Nahrung finden würden. Vorsitzender de Buhr appellierte denn auch an die Politik und Verwaltungen, „im Sinne der Natur mehr zu machen.“

Engagement: Georg Germann hat seit Jahrzehnten die Vereinskasse geprüft. Jetzt hat er sein Amt aus Altersgründen abgegeben.

Bei den Vorstandswahlen blieb alles beim Bewährten.  Die Mitglieder bestätigten Thorsten de Buhr (1. Vorsitzender), Walter Schadt (2. Vorsitzender), Walter Ehmen (Kassierer) und Alfons Köcklar (Schriftführer) in ihren Ämtern. Gesundheitsobmänner bleiben Walter Schadt und Detlef Kremer, zum Obmann für Öffentlichkeitsarbeit wurde Richard Fransen gewählt. Wanderwart ist Eberhard Janssen. Kassenprüfer wurde Axel Klar. Er löst Georg Germann ab, der dieses Amt seit Jahrzehnten inne hatte und es nun aus Altersgründen abgab. Vorsitzender de Buhr dankte dem Lütetsburger für seine jahrelange gewissenhafte Arbeit.

Der 2. Vorsitzende, Walter Schadt, wiederum dankte Thorsten de Buhr: „Du hast den Verein als Vorsitzender in den letzten Jahren deutlich vorangebracht.“ Die Mitglieder quittierten dies mit langem Applaus. /RF

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