Wie kommt eigentlich der leckere Honig ins Glas?

Bürgermeisterkandidat informiert sich bei Hager Imkerinnen und Imkern – Vereinsvorsitzender fordert mehr Nachhaltigkeit

„Wir brauchen weniger Kiesgärten, dafür mehr artgerechtes Grün innerhalb und außerhalb der Ortschaften.“ Imkervereinsvorsitzender Thorsten de Buhr (i.) erläutert Axel Hedemann die Grundzüge der Imkerei.

Norden/Hage –  Honig schmeckt lecker und ist gesund. Und am besten schmeckt er von einem Imker oder einer Imkerin aus der näheren Umgebung. Aber wie genau kommt der Honig ins Glas, das jeden Morgen bei Axel Hedemann in Hage auf dem Frühstückstisch steht? Die Antwort darauf gab es am Freitag beim Vorsitzenden des Imkervereins Norden, Thorsten de Buhr, bei dem sich Hedemann, der sich am 12. September für das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Hage bewirbt, kurzerhand eingeladen hatte. Dem 54-jährigen Hager ging es bei dem Treffen nicht nur um die Honigproduktion. Vielmehr stand auch das Thema Umwelt- und Naturschutz ganz oben auf seiner Agenda. Für Hedemann das Zukunftsthema überhaupt. Warum gerade die Imker? Sie haben in seinen Augen besonders sensible Fühler, wenn’s um die Umwelt geht und merken sehr früh an ihren Bienen, wenn irgend etwas mit der Natur nicht stimmt.

Und das ist aus Sicht von Vereinschef Thorsten de Buhr so einiges. Er blickt mit seinen Imkerkollegen und -kolleginnen durchaus mit Sorge auf den Zustand der Lebensräume von Biene und Co. „Wir als Imker bekommen ja umgehend Rückmeldung, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät“, wies de Buhr am Freitag auch gegenüber Hedemann auf den immensen Rückgang der Bienenvölker weltweit hin. „Heute zählen wir in Deutschland etwa 800 000 Völker, vor 100 Jahren waren es 2,6 Millionen“, führt de Buhr unter anderem die Strukturveränderung in der Landwirtschaft als einen Grund für die besorgniserregende Entwicklung auf. So liegt nach seinen Angaben die Honigausbeute in der Region bei etwa 19 Kilogramm pro Volk und Jahr. In Süddeutschland mit einer teilweisen kleinteiligeren Landwirtschaft seien es dagegen 30 Kilogramm. „Bei uns gibt es für die Bienen größtenteils nur den Raps als Hauptnahrungsquelle“, warnte de Buhr vor einer weiteren Verknappung des Angebotes. In Ostfriesland sei das Trachtangebot (Futterangebot; die Red.) über den Raps hinaus sehr gering. Und wenn dann das Wetter nicht mitspielt, geht die Ernte komplett in den Keller. „Derzeit kommen einige Faktoren zusammen, sodass die Frühtracht komplett abgeschrieben werden kann. Derzeit macht es wirklich keine Freude“, zieht der Imkerchef, der auch Vorsitzender des Imker-Kreisverbandes Norden ist, ein erstes Fazit der Saison. 

Wir können das einfach nicht
mehr so laufen lassen,
sondern wir müssen alle mehr
für die Arten- und Blühvielfalt tun

Thorsten de Buhr
Vereinsvorsitzender

Unabhängig davon muss in den Augen von de Buhr mehr getan werden, um das voranschreitende Artensterben aufzuhalten. „Die Lage ist wirklich dramatisch, beurteilt auch das Imkerehepaar Erika und Siebo Büscher aus Hage die Lage negativ. „Draußen sieht man viel Monokultur. Da haben Löwenzahn oder die Kornblume wenig Chancen, sich großflächig auszubreiten“, berichten die beiden von einer extrem rückläufigen Entwicklung bei der Honigernte. Demnach lag die Ausbeute 2018 bei 180 Kilogramm Honig. In diesem Jahr – und bei vier Völkern mehr – seien es lediglich 38 Kilogramm. „Der Aufwand lohnt sich kaum noch“, machen sich die Büschers zunehmend Sorgen, ob sie ihr Hobby in den kommenden Jahren überhaupt fortführen können. „Wir können das einfach nicht mehr so laufen lassen, sondern wir müssen alle mehr für die Arten- und Blühvielfalt tun“, warnen die beiden Hager eindringlich davor, dass das Wissen über die Zusammenhänge in der Natur bei vielen Menschen kaum noch vorhanden sei. Nicht ohne Grund haben Siebo und Erika Büscher gemeinsam mit anderen Imkerkollegen Schulen und Kindertagesstätten besucht, um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Imkerei zu geben. „Vor Corona hatten wir bis zu 60 Kurse im Jahr“, sollen die Veranstaltungen so schnell wie möglich wieder angeboten werden.

Nicht nur im Außenbereich wird das Nahrungsangebot für die Bienen knapper. Mit Sorge beobachtet Vereinsvorsitzender de Buhr die Entwicklung in den Orten selbst. „Wir müssen mehr Augenmerk auf die Gärten legen“, appellierte de Buhr nicht nur an den anwesenden Bürgermeisterkandidaten Hedemann, sondern auch an die übrigen zwei Bewerber Erwin Sell und Sven Behrens, sich im Fall eines Wahlerfolgs für mehr Grün und somit mehr Artenvielfalt in den Kommunen einzusetzen. In diesem Zusammenhang bezeichnete de Buhr den Erhalt oder die Neuschaffung von „Grünen Inseln“ in den Ortschaften als ein hervorragendes Instrument, das Mikroklima innerhalb der Orte zu verbessern und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Er bot Rat und Verwaltung die Unterstützung des Imkersvereins bei umweltrelevanten Themen an. „Die Gärten müssen zu einem riesigen Insektenhotel werden“, ergänzte Imker Siebo Büscher. 

Durch die Imkerei ändert
sich die Sicht auf die Natur.
Man merkt, was Kiesbeete anrichten

Axel Klar
Imker

„Die Gemeinde muss natürlich mit einem guten Beispiel vorangehen“, lobte de Buhr beispielhaft die Gestaltung der Kreisel in der Samtgemeinde Hage. Dagegen kritisierte er den Kita-Neubau „Hager Filappers“ in der Bahnhofstraße. „Für die Natur ist dort wenig übrig geblieben. Das ist aus Sicht der Umwelt eine glatte Fehlplanung “,erinnerte er an die ehemals artenreiche Grünfläche. Natürlich müsse eine Kommune die gesetzlichen Vorgaben bei der Kinderbetreuung einhalten, aber die Kinder sollten schließlich auch in der Kindertagesstätte mit der Natur in Berührung kommen. Imker Siebo Büscher lenkte den Blick auf das in seinen Augen zu intensive Ausmähen der Grabenböschungen an Nebenstraßen und nannte den Meint-Ehlen-Weg als Beispiel. Zudem würden Schlegelmäher eingesetzt, die die Saat der Pflanzen zerstören würden, empfahl Büscher den Einsatz eines Balkenmähers. Auch der Landkreis sorge, fügte Vorsitzender de Buhr an, mit neuen Maschinen dafür, dass die Pflanzen bis zu den Wurzeln abgemäht werden würden. „Das ist Frevel“, so de Buhr. Die Kommunen, egal ob Gemeinde, Samtgemeinde oder Landkreis, müssen in Sachen Umwelt Vorbild sein. Da kann es nicht immer nur um Effizienz gehen“, sagte de Buhr.

Der Hager Imker Axel Klar appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, auf Kiesbeete zu verzichten. „Durch die Imkerei ändert sich die Sicht auf die Natur. Man merkt, was Kiesbeete anrichten“, wünscht sich Klar ein mehr an Engagement, diese für die Natur so schädliche Art der Gartengestaltung zu minimieren. „Wir müssen hier einfach mehr Aufklärungsarbeit leisten.“ 

Erwischt! Abertausende Bienen und nur eine Königin. Und genau die konnte Imkervereinschef Thorsten de Buhr dem staunenden Axel Hedemann präsentieren (Fotos: Richard Fransen).

Bürgermeisterkandidat Axel Hedemann zog nach dem rund dreistündigen Gespräch im Garten von Thorsten de Buhr ein positives Fazit. „Es war richtig und wichtig, das Gespräch mit den Imkerinnen und Imkern zu suchen“, zeigte er sich über die Komplexität des Themas Imkerei erstaunt. Hedemann, der als Kämmerer und Leiter des Fachdienstes Finanzen und Bauen bei der Samtgemeinde Hage tätig ist, wies darauf hin, dass Politik und Verwaltung in der Samtgemeinde und den Mitgliedsgemeinden in der Vergangenheit bereits Weichen für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit gestellt hätten. Er nannte als Beispiel die aufgrund der hohen Zuzugszahlen notwendigen Planungen für einen weiteren Kindergarten, bei dem es deutlich mehr Grün im Außenbereich geben soll. Auch dürfen in bestimmten Straßen in Hage die Grundstücke nicht mehr komplett bebaut werden. Weitere Beispiele seien der Bürgerbus oder der Beitritt zur Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer. 

„Es passiert ja schon viel, aber vielen geht es zu langsam oder nicht weit genug“, merkte Hedemann an, dass auch bei ihm in den letzten Jahren ein Umdenken in Sachen Nachhaltigkeit stattgefunden habe. Im Falle einer Wahl werde ich all diese Themen gemeinsam mit Politik und Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern forcieren. „Wir müssen möglichst viele Menschen beim Umwelt- und Artenschutz mitnehmen“, weiß natürlich auch Hedemann, dass nicht alles möglich ist was wünschenswert wäre. /RF

Imkervereine: Wissensvermittlung und Prüfungen aus einer Hand

Kreisimkerverband Norden diskutiert mit MdL Matthias Arends über den landesweit geplanten „Imkerführerschein“ – Kein „Bürokratiemonster“ schaffen

Der Vorsitzende des Kreisimkerverbandes (zugleich Vorsitzender des Imkervereins Norden), Thorsten de Buhr (l.) und der Vorsitzende des Imkervereins Emden-Krummhörn, Christian Ruhr (M.), haben sich am Wochenende (5. Juni 2021) mit dem Emder SPD-Landtagsabgeordneten Matthias Arends in Hage zu einem Meinungsaustausch zum Thema „Imkerführerschein“ getroffen.

Norden/Emden – Ohne sichtbare Blessuren konnte sich der Emder Landtagsabgeordnete Matthias Arends von einem zweistündigen Meinungsaustausch mit dem Vorsitzenden des Kreisimkerverbandes Norden, Thorsten de Buhr, und dem Vorsitzenden des Imkervereins Emden-Krummhörn, Christian Ruhr, wieder auf den Heimweg nach Emden machen. Mit den beiden Imkern hatte das Ganze natürlich nichts zu tun. Vielmehr hatte der SPD-Landespolitiker die Bekanntschaft mit Buckfast und Carnika gemacht – zwei Bienengruppen, die zuhauf im Garten von Thorsten de Buhr umherflogen und es auf den servierten süßen Kuchen der – coronabedingt – Open-Air-Gesprächsrunde abgesehen hatten. In diesem Fall durchaus von Vorteil – die Gesprächsteilnehmer blieben von Bienenstichen verschont.

Der Landtagsabgeordnete war einer Einladung des Kreisimkerverbandes Norden nach Hage gefolgt. Dem Kreisverband gehören die Imkervereine Dornum, Emden-Krummhörn, Marienhafe und Norden an. Thema war die geplante Einführung eines „Imkerführerscheins“. Wie berichtet, fordern die Fraktionen von SPD und CDU im Niedersächsischen Landtag einen Sachkundenachweis für Imkerinnen und Imker, die sich hobbymäßig der Bienenhaltung widmen. Ein entsprechender Antrag ist in den Landtag bereits vor einigen Wochen eingebracht worden. Ziel sei es, so SPD-Fraktionschefin Johanne Modder damals gegenüber der Presse, eine bundesweite Einführung des Wissensnachweises.

Mit dem Vorgehen sehen sich die beiden Regierungsfraktionen in Hannover einig mit dem Anliegen der Imkerverbände. Ziel der Initiative ist insbesondere der artgerechte Umgang mit den Bienenvölkern. Allerdings bieten auch heute schon und seit Jahren die Imkervereine Schulungen für Neuimker- und -imkerinnen an. Auch Auffrischungs- oder Vertiefungskurse gehören zum Repertoire, wie die beiden Imkervereinsvorsitzenden am Wochenende gegenüber dem Landespolitiker Arends abermals hervorhoben. Thorsten de Buhr und Christian Ruhr betonten dabei, dass die Imkervereine der Initiative der beiden Regierungsfraktionen grundsätzlich positiv gegenüberstünden. Sie warnten jedoch davor, auf dem Gesetzeswege ein „Bürokratiemonster“ zu schaffen. So müssen aus Sicht von de Buhr und Ruhr die komplette Ausbildung in Theorie und Praxis und die Prüfung innerhalb der Vereine stattfinden. „Eine externe Prüfung, wie zeitweise innerhalb der Landesregierung debattiert, lehnen wir ab“, so die beiden Imker einhellig, die sich auch eine stärkere Einbindung der Veterinärämter wünschen. Schließlich sei Honig ein Lebensmittel und somit die sachgerechte Herstellung unabdingbar. 

Was von der Politik gefordert werde, so die Vorsitzenden weiter, würden die meisten Imkervereine im Land bereits seit vielen Jahren durchführen. Neben der theoretischen Wissensvermittlung und dem anschließenden Praxisteil müssen die Kursteilnehmer und Teilnehmerinnen auch eine Prüfung, den sogenannten Honigschein, ablegen. „Es geht schließlich ums Tierwohl und da ist das Wissen um die Zusammenhänge in einem Bienenvolk von eminenter Bedeutung“, weiß de Buhr um die Komplexität des Themas. 

Bei der Imkerei außerhalb der Imkervereine sehen jedoch auch de Buhr und Ruhr Probleme, insbesondere die Gefahr, dass Anfänger und Anfängerinnen ein zu geringes Fachwissen über die komplexen Vorgänge in einem Bienenvolk hätten. „Das kann dann schnell schiefgehen und die Bienenvölker überleben nicht. Es darf nicht sein, dass jemand in die leere Beute (Behausung für Bienen) schaut“, raten die beiden erfahrenen Imker im Interesse des Tierwohls, das Fachwissen und die jahrelangen Erfahrungen der Vereinsmitglieder durch eine Mitgliedschaft zu nutzen. In diesem Zusammenhang stößt bei den beiden Imkern die sogenannte Easy-Bee-Box eines Anbieters auf Kritik. Laut Hersteller soll sie einfach in der Handhabung sein und ohne jede „Vorerfahrung sowie ohne Schutzausrüstung und mit geringem Zeitaufwand“ zu betreiben sein. „Das ist nicht praktikabel und wird den Tieren in keinster Weise gerecht“, spricht der erfahrene Imker de Buhr sogar von Tierquälerei. „Das müsste verboten werden.“ 

Das Interesse an den Imkerkursen ist groß, wie de Buhr und Ruhr gegenüber Matthias Arends erklärten. Im letzten und in diesem Jahr allerdings machte beziehungsweise macht die Corona-Pandemie den Imkervereinen einen dicken Strich durch die Rechnung. „Die Warteliste ist entsprechend lang“, hoffen de Buhr und Ruhr, bald wieder Kurse anbieten zu dürfen. 

Sorgenvoll blicken die beiden Imker dagegen auf den Zustand der Natur. „Wir als Imker bekommen ja umgehend Rückmeldung, wenn irgendetwas mit unserer Umwelt nicht stimmt“, wies de Buhr am Wochenende auf den immensen Rückgang der Bienenvölker auch in Deutschland hin. „Heute zählen wir etwa 800000 Völker, vor 100 Jahren waren es 2,6 Millionen“, nennen die Imker unter anderem die enorme Strukturveränderung in der Landwirtschaft als einen Grund für die besorgniserregende Entwicklung. So liegt nach de Buhrs Angaben die Honigausbeute in der Region bei etwa 19 Kilogramm pro Volk und Jahr. In Süddeutschland mit seiner teilweisen kleinteiligeren Landwirtschaft seien es dagegen 30 Kilogramm. „Bei uns gibt es für die Bienen größtenteils nur den Raps als Hauptnahrungsquelle“, warnte de Buhr vor einer weiteren Verknappung des Angebotes. „Unabhängig davon muss mehr getan werden, um das voranschreitende Artensterben aufzuhalten“, spricht de Buhr von einer dramatischen Entwicklung: „Sowohl in der Landwirtschaft als auch in den Privatgärten muss das Umfeld stimmen. Allein ein Bienenvolk in den Garten stellen ist kein Naturschutz“, fordern de Buhr und Ruhr ein mehr an Engagement. 

Bei Matthias Arends stießen die Ausführungen der Imker auf großes Interesse. Er stimmte mit ihnen überein, dass eine kompetente Wissensvermittlung für die artgerechte Imkerei unabdingbar sei. Der gemeinsame Antrag seiner eigenen und der CDU-Fraktion befände sich derzeit im Verfahren. Im Verlauf der weiteren Beratung würden auch die Imker-Landesverbände Gelegenheit zur Stellungnahme haben. Der Landtagsabgeordnete gehört dem zuständigen Fachausschuss nicht an. Er will sich, so Ahrends am Wochenende, mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen in Verbindung setzen und die Thematik vertiefen. Nach seiner Einschätzung wird es eine endgültige Entscheidung über das neue Gesetz wohl nicht vor der parlamentarischen Sommerpause geben. /RF

Das Wissen um die Bienen

Politik will „Führerschein“ für Imker und Imkerinnen

Die Fraktionen von SPD und CDU im Niedersächsischen Landtag fordern einen Sachkundenachweis für Imkerinnen und Imker, die sich hobbymäßig der Bienenhaltung widmen. Ein entsprechender Antrag ist nunmehr dem Landtag zugegangen. Ziel sei es, so SPD-Fraktionschefin Johanne Modder, eine bundesweite Einführung des Wissensnachweises. Mit dem Vorgehen sehen sich die beiden Regierungsfraktionen einig mit dem Anliegen der Imkerverbände. Ziel der Initiative ist insbesondere der artgerechte Umgang mit den Bienenvölkern. Allerdings bieten auch heute schon und seit Jahren die Imkervereine Schulungen für Neuimker.innen an. Auch Auffrischungs- oder Vertiefungskurse gehören zum Repertoire. 

Auch unser Norder Imkerverein bietet in Zusammenarbeit mit dem Marienhafer Imkerverein und in Kooperation mit der KVHS Norden Neuimkerkurse an, in deren Verlauf der sogenannte Honigschein des Deutschen Imkerbundes mit einer Prüfung erworben werden muss. Dieser Kurs soll den Umgang mit der Honigbiene während eines Bienenjahres vermitteln. Die ersten 14 Termine bilden die theoretische Grundlage und finden in der Volkshochschule statt. Danach beginnt für die Nachwuchsimkerinnen und Imker die langersehnte Praxis.

Die Kursteilnehmer haben am Ende des Kurses das komplette Bienenjahr durchlebt. Dass das eine spannende Angelegenheit wird, dafür sorgen die beiden Kursleiter und Vorsitzenden der Imkervereine Norden und Marienhafe, Thorsten de Buhr und Helmut Freese. Die beiden sind Imker durch und durch und richten sich beim Praxisunterricht nach der Witterung und dem Lebenszyklus der Bienen. Dass dabei Spontaneität gefragt ist, versteht sich von selbst. Die Kontrolle der Bienenvölker im Rapsfeld oder das Einfangen eines Schwarms kann für die Kursteilnehmer durchaus auch am Wochenende über die Bühne gehen. Die Erfahrungen von Thorsten de Buhr und Helmut Freese aus den letzten Jahren zeigen, dass die Imkerinnen und Imker in spe zu jeder Zeit mit Begeisterung dabei sind. Schließlich wollen alle das Imkerhandwerk von der Pieke auf lernen. Und dazu gehört nun mal das Wissen um alle notwendigen Arbeitsgänge, um die eigenen Bienenvölker sicher durchs Jahr und vor allem durch den nächsten Winter zu bringen. 

Neuimkerschulung
Theorie ist gut, Praxis noch besser. Zum festen Bestandteil des Neuimkerkurses der Imkervereine Norden und Marienhafe gehört die Kontrolle der Bienenvölker. Die Kursleiter Thorsten de Buhr (im Bild ohne Schutzhaube) und Helmut Freese vermitteln im Laufe eines kompletten Bienenjahres dem Imkernachwuchs das praktische Handwerk, damit es später bei den eigenen Bienenvölkern keine bösen Überraschungen gibt.

Mit dem Besuch des Neuimkerkurses und dem Erlangen des Honigscheins haben die Jungimker.innen den Grundstock für einen erfolgreichen Start in die Praxis gelegt. Anschließend kommt ihnen zu Gute, dass es in den Imkervereinen viele erfahrene Imkerinnen und Imker gibt, die ihr Wissen an die Neueinsteiger gern weitergeben. Darüber hinaus bietet unser Norder Verein auch Auffrischungskurse für die älteren Praxissemester an. Und für aufkommende Fragen zwischendurch steht Vereinschef Thorsten de Buhr natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. „Dem Bienenvolk muss es gut gehen“, steht für den Hager das Tierwohl an oberster Stelle. Die Grundlage dafür ist, dass Neueinsteiger vorab mit dem nötigen Wissen um gute Imkerei versorgt werden. Und das geschieht eben überwiegend in den Vereinen wie in Norden und Marienhafe, aber auch in vielen anderen Imkervereinen in Ostfriesland und darüber hinaus. 

Grundsätzlich sieht Vereinsvorsitzender de Buhr die Initiative der Fraktionen von SPD und CDU positiv. „Was dort gefordert wird, machen wir und viele andere Vereine allerdings schon seit Jahren“, wirbt er für die Mitgliedschaft in einem Imkerverein. Neben dem Erlernen des theoretischen Wissens sieht der Vereinsvorsitzende vor allem den Wissensaustausch unter den Mitgliedern als einen großen Vorteil. Bei der Imkerei außerhalb der Imkervereine sieht auch er allerdings eine gewisse Gefahr, dass insbesondere Anfänger.innen ein zu geringes Fachwissen über die komplexen Vorgänge in einem Bienenvolk haben. „Das kann dann schnell schiefgehen und die Bienenvölker überleben nicht“, rät er im Interesse des Tierwohls, das Fachwissen und die jahrelangen Erfahrungen der Mitglieder in einem Imkerverein durch eine Mitgliedschaft zu nutzen. /RF

Volksbegehren endet auch im Altkreis Norden erfolgreich

Ziel frühzeitig erreicht: Landtag beschließt Gesetzesänderungen für mehr Natur- und Artenschutz

Grünland und artenreiche Wiesen sowie Gewässerrandstreifen werden besser geschützt, der Pestizideinsatz in wichtigen Naturbereichen wird verboten, der Wiesenvogelschutz wird ausgeweitet, heimische Baumarten gefördert und der Anteil des Ökolandbaus gesteigert: Diese und weitere Eckpunkte für besseren Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen hat das niedersächsische Parlament diese Woche beschlossen und gesetzlich verankert.

Das „Aktionsbündnis Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden begrüßt die Landtagsbeschlüsse. Alma Seeba, Vorsitzende des Nabu im Altkreis Norden, sagt: „Ohne das Volksbegehren hätte es den Niedersächsischen Weg und die heutigen Beschlüsse im Landtag niemals gegeben. Das ist ein guter Tag für den Naturschutz und ein Erfolg für das Volksbegehren!“. Und Thorsten de Buhr, Vorsitzender des Norder Imkervereins, unterstreicht: „Nur der Druck durch unser breites Volksbegehren-Bündnis in Niedersachsen hat alle an einen Tisch mit den Umweltverbänden gebracht: die Landesregierung, die Koalitionsfraktionen im Landtag und das Landvolk. Das wäre ohne das Volksbegehren sonst nicht passiert. Jetzt hat der Landtag weitgehend das beschlossen, was wir mit dem Volksbegehren erreichen wollten. Auch wenn wir nicht zu 100 Prozent unsere Ziele erreicht haben – in Ostfriesland bleibt zum Beispiel der Gewässerschutz unzureichend – so sind die jetzt beschlossenen Änderungen im Naturschutz-, Wald- und Wassergesetz eine deutliche Verbesserung für die Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen.“ Lara Wunder vom Verein VAIR Ostfriesland aus Berumbur möchte den Schwung fürs Weitermachen nutzen. Immerhin hätten bis zum 1. November im Altkreis Norden ca. 1500 Menschen – etwa 5 malso viele als notwendig gewesen wären – das Volksbegehren unterschrieben – „wofür wir uns alsAktionsbündnis bedanken, auch bei allen, die uns unterstützt haben, indem sie bei Freunden,Verwandten und Nachbarn ebenfalls gesammelt haben. Landesweit haben wir 138.118 gültige Unterschriften erreicht – damit konnten wir die Zahl seit Anfang September fast verdoppeln. Diese Unterschriften zeigen, wie wichtig den Menschen das Thema Artenschutz ist – und dass man mit politischem Druck viel erreichen kann, den wir weiter nutzen werden“.

„Klar ist“, so Walter Zuber, Sprecher der Grünen aus Norden, „das Insekten- und Artensterben ist nach wie vor dramatisch und nicht mit dem heutigen Tag beendet. Wir werden uns weiter für besseren Natur- und Artenschutz einsetzen, was insbesondere für die in Ostfriesland zahlreichen Gewässer 2. und 3. Ordnung und den Wiesenvogelschutz gilt.“ Auch bei der Umsetzung des Gesetzes gelte es, genau hinzuschauen. Als erstes sei der Landkreis gefordert, die Untere Naturschutzbehörde mit genügend Personal aufzustocken, um den zügigen Vollzug des Gesetzes sicher zu stellen. Aber auch die Landwirte seien gefordert, ihre Versprechen zu verwirklichen. Die unendliche Hängepartie wie bei der Realisierung der EU-Gülleverordnung, dürfe sich nicht wiederholen. Die damit verspielte Reputation könnten die Landwirte nun durch eine zügige und wirksame Umsetzung des neuen Gesetzes vielleicht wiedererlangen. 

„Das Sterben der Insekten findet leise statt“

Niedrige Temperaturen sorgen für weniger Honig – Vorsitzender für größere Kraftanstrengung beim Artenschutz

Thorsten de Buhr ist seit 2016 Vorsitzender des Imkervereins Norden. Der 44-Jährige sorgt sich zunehmend um den Zustand der Natur. Vor allem der Rückgang der Insektenpopulationen muss nach seiner festen Überzeugung gestoppt werden. „Da läuft seit Langem gewaltig was schief. Wir alle müssen alles dafür tun, dass das Insektensterben aufhört“, appelliert der Hager eindringlich.

Das Wetter hat den Norder Imkern in diesem Jahr einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Die Honigernte ist unter unseren Erwartungen zurückgeblieben“, zeigt sich der Vorsitzende des Norder Imkervereins, Thorsten de Buhr, enttäuscht von der „Ausbeute“ des zurückliegenden Honigjahres. Die Temperaturen in der Region sind nach seinen Beobachtungen einfach zu niedrig gewesen. Das gilt vor allem für den Zeitraum der Rapsblüte. Denn – nach den Beobachtungen von de Buhr blüht der Raps seit 2018 immer früher, in diesem Jahr war es Anfang April. Den Grund für dieses Phänomen kennt de Buhr nicht, wohl aber weiß er, dass dieser Effekt ein großes Problem für die Bienen darstellt: „Zu diesem frühen Zeitraum haben die Völker noch nicht die notwendige Stärke, da sie sich noch im Aufbau befinden. Die Bienenkönigin richtet ihr Brutvolumen danach aus, was an Nektar reinkommt. Ende März oder Anfang April ist das nicht viel, zumal der März durchaus noch Nachtfröste bringen kann.  Und wenn dann der Raps zu früh blüht, ist der Honigertrag entsprechend gering“, hofft der Vereinsvorsitzende, dass das Kreuzblütengewächs im nächsten Jahr wieder zur gewohnten Zeit in Blüte steht. „Früher sind wir Ende April in den Raps gegangen“, erinnert de Buhr daran, wie wichtig die Bestäubungsleistung der Bienen für den Rapsertrag ist. „Bei fünf Völkern auf einen Hektar Raps kann ein Mehrertrag von 30 Prozent erreicht werden.“

Doch nicht nur Rapshonig macht dem Imkervereinsvorsitzenden Sorge – auch die Frühtracht hätte besser ausfallen können. Zwar spielt auch hier die Witterung etwas mit rein, das Hauptproblem liegt in den Augen von de Buhr aber auf der „Angebotsseite“. „Viele Lebensräume verschwinden und das nicht nur im Außenbereich, sondern zunehmend auch in den Siedlungsgebieten der Städte oder der Dörfer. „Dass etwas wild bleibt, ist immer weniger zu sehen. Überall wird gemäht, gestutzt oder verschwindet gleich ganz“, blickt der Imker voller Sorge nicht nur auf die vielen Kies- und Steinbeete. „Wo sollen die Bienen und hier vor allem die Wildbienen und andere Insekten denn noch Nahrung finden“, weist de Buhr auf die Auswirkungen dieser Entwicklung am Ende auch auf die Vogelwelt hin.  „Es ist immer weniger da“, appelliert de Buhr an alle Gartenbesitzer, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Flächen möglichst insektenfreundlich zu gestalten. Entsprechende Tipps gebe es im zuhauf im Internet oder bei den Imkervereinen. Auch der Imkerverein Norden will seinen Worten zufolge rechtzeitig auf seinen Internetseiten Tipps für einen bienenfreundlichen Garten bereitstellen.

Für de Buhr ist der Artenschutz eine Gemeinschaftsaufgabe. „Landwirtschaft, Gartenbesitzer, Firmen oder Kommunen, ja, die ganze Gesellschaft ist gefragt, sich für einen nachhaltigen Artenschutz einzusetzen“, fordert der 44-jährige Hager ein generelles Umdenken, und zwar möglichst schnell. Nicht ohne Grund ist Thorsten de Buhr aktiv beim Norder Aktionsbündnis „Volksbegehren Artenschutz“.  „Die Situation ist wirklich dramatisch“, weist er unter anderem auf eine Langzeitstudie des Deutschen Zentrums  für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hin, wonach die Zahl landlebender Insekten zurückgeht. Sie sank demnach im Schnitt um 0,92 Prozent pro Jahr, was einem Rückgang von 24 Prozent über 30 Jahre entspreche. „Der Rückgang der Insekten findet sehr leise statt. Wir bemerken es nur über einen längeren Zeitraum oder wenn wir genau hinschauen.“

Im Norder Imkerverein sind derzeit 56 Imkerinnen und Imker aktiv. Hinzu kommen elf Fördermitglieder. Nachwuchssorgen hat der Verein nach de Buhrs Worten keine – im Gegenteil. Die in Kooperation mit dem Imkerverein Brookmerland an der KVHS Norden angebotenen Neuimker-Kurse sind gut belegt und konnten – nach der Corona-Pause – vor Kurzem wieder aufgenommen werden. Auch konnten sich die Mitglieder jüngst wieder zu einer Versammlung im Haus der Vereine in Norden zum Erfahrungsaustausch treffen. Anlaufen soll auch wieder die Kooperation mit der Grundschule Hage. Erfahrene Imker und Imkerinnen zeigen den Pennälern bei dem Projekt auf, wie der Honig nach vielen Stationen am Ende auf den Frühstückstisch gelangt.

Wegen der Pandemie musste in diesem Jahr das Sommerfest zum 100-jährigen Bestehen des Vereins ausfallen. „Wenn es möglich ist, holen wir das im nächsten Jahr nach und feiern unser 101-jähriges Bestehen“, verspricht de Buhr. /RF

„Auch in den Gärten muss mehr passieren.“ Jeder Gartenbesitzer oder jede Gartenbesitzerin kann durch eine gute Auswahl an Pflanzen oder die Gestaltung der grünen Flächen etwas für die Artenvielfalt tun, ist Imker Thorsten de Buhr – hier in seinem Garten – überzeugt.

Volksbegehren nimmt erste Hürde

Initiatoren zeigen sich zufrieden mit dem Verlauf der Aktion

In den vergangenen knapp acht Wochen seit Beginn des Unterschriftensammelns haben im Altkreis Norden bereits mehr als drei mal so viele Menschen das Volksbegehren unterschrieben, als es in der ersten Runde bis November erforderlich ist: Rund 1000 Unterschriften wurden bis zum 1.8.20 gesammelt. „Das ist großartig und wir danken allen, die dazu beigetragen haben!“ sagt Imker Thorsten de Buhr aus Hage.

Das inzwischen über 190 Organisationen umfassende Bündnis Volksbegehren Artenvielfalt.jetzt will die Vielfalt der Natur und ihrer Arten in Niedersachsen erhalten und schützen. Deshalb beantragt es mit einem eigenen Gesetzentwurf Verbesserungen bestehender Landesgesetze. Nutzungseinschränkungen für die Landwirtschaft sollen finanziell in einem Umfang von etwa 40 Mio Euro je Jahr ausgeglichen werden. Konkret geht es um die Rettung der wild lebenden Bienen, von denen 62% im Bestand gefährdet sind und dem Schutz der Hälfte von 11000 niedersächsischen Tier- und Pflanzenarten, die bedroht werden. Seit 1992 sind bundesweit bereits 14 Millionen Brutvögel verschwunden.

Um das Artensterben zu stoppen, werden die Bürgerinnen und Bürger mit dem Volksbegehren aufgerufen, selbst das dafür notwendige Gesetz auf den Weg zu bringen. Die bisherigen Landesregierungen und das Parlament haben sich nicht gegen die wirtschaftlichen Interessen aus Landwirtschaft und Industrie durchsetzen können, um die Artenvielfalt zu retten. Lediglich 10 Prozent aller in Niedersachsen Wahlberechtigten müssen den Gesetzentwurf des Bürgerbegehrens unterzeichnen. Dann muss der Gesetzgeber darüber abstimmen. Lehnt er es ab, kommt es zum Volksentscheid an den Wahlurnen, die ähnlich wie eine Landtagswahl organisiert ist.

Bis zum 13. November diesen Jahres muss das Bürgerbegehren 25.000 gültige Unterschriften nachweisen, sonst ist die Zulässigkeit des Volksbegehrens nicht gegeben. Im Land Niedersachsen hat die Landeswahlleiterin zum 1. August bereits 45.412 gültige Unterschriften gemeldet, so dass im November mit der zweiten Phase des Volksbegehrens begonnen werden kann.

„Diesen Zeitraum lassen wir nicht ungenutzt verstreichen, schließlich sind wir durch Corona beim Sammeln eingeschränkt“, so Alma Seeba vom Nabu. Neben Hunderten ehrenamtlich Aktiven in ganz Niedersachsen setzt sich auch die inzwischen auf rund 40 Männer und Frauen gewachsene Aktionsgruppe im Altkreis Norden jeden Tag sehr engagiert für das Volksbegehren ein. Helmut Freese, Vorsitzender des Imkervereins in Marienhafe: „Wir sammeln nahtlos weiter Unterschriften für ein erfolgreiches Volksbegehren und für besseren Artenschutz in Niedersachsen, denn nur mit dem Volksbegehren können wir echte Verbesserungen für den Artenschutz in Niedersachsen erreichen.“

Wem die Natur und ein besserer Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen am Herzen liege und wer noch nicht unterschrieben habe, könne sich jetzt mit der Unterschrift unter das Volksbegehren ganz konkret für mehr Artenschutz einsetzen: „Für mehr Lebensraum und Nahrung für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, für das Überleben der Wiesenvögel wie Kiebitz und Feldlerche und dafür, dass Naturschutzgebiete pestizidfrei und Uferzonen an Gewässern besser geschützt werden“, sagt Lara Wunder von VAIR-Ostfriesland, einem Zusammenschluss junger Menschen aus dem Altkreis Norden, die sich im Rahmen der UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Jetzt gehe es mit Volldampf in die zweite Runde: Wer mitmachen möchte, schreibt eine Email an altkreisnorden(at)artenvielfalt-niedersachsen.jetzt.

Die überparteiliche Aktionsgruppe ruft auch alle örtlichen Parteien zum Mitmachen auf. Bislang wird im Altkreis Norden das Volksbegehren nur von Bündnis 90 / Die Grünen unterstützt. Für den jetzt angelaufenen zweiten Abschnitt des Volksbegehrens sind in Niedersachsen bis Mitte April nächstes Jahr mindestens 610.000 Unterschriften zu sammeln, was 10 Prozent aller Wahlberechtigten bedeutet, damit der Landtag über den Gesetzentwurf des Volksbegehrens abstimmen muss. Der Unterschriftenanteil des Altkreises Norden daran umfasst 7.320 Unterschriften. Angerechnet werden die rund 1000 bereits vorliegenden Unterschriften, so dass nur noch 6320 gesammelt werden müssen, wofür die Gruppe einen akribischen Plan schmiedet, in dem unter anderem Infostände in Dornum, Großheide, Hage, Krummhörn, Marienhafe und Norden vorgesehen sind, wann immer das Wetter es zulässt. Auch sollen bis zum Sommer des nächsten Jahres mehrere größere Veranstaltungen durchgeführt werden, sofern diese nicht durch einen zweiten Lockdown wegen der Pandemie verhindert werden.

Volksbegehren: Neue Aktionsgruppe im Altkreis

Artenvielfalt in Ostfriesland sichern! Unter diesem Motto hat sich eine Aktionsgruppe zum Niedersächsischen Volksbegehren „Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden gebildet. Zum Initiatorenkreis gehören Alma Seeba (NABU-Altkreis Norden), Helmut Freese (Imkerverein Marienhafe), Imkerin Franziska Prelle, Thorsten de Buhr (Imkerverein Norden), Clemens Brilla (Klimagruppe Norden) sowie Heiko Schwerin-Müllner (Grüne Hage) und Walter Zuber (Grüne Norden). Das Bündnis ist für alle offen, die für den Erfolg des Volksbegehrens eintreten möchten.

Kontakt: altkreisnorden(at)artenvielfalt-niedersachsen.jetzt

Die Wiesen verschwinden

Blühende Wiesen und Weiden gehören in Deutschland zu den artenreichsten Lebensräumen. Doch es werden immer weniger – auch weil weiter Grünflächen in Ackerland umgewandelt werden. Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde. Mehr (Externer Link zu Tagesschau.de)

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Weltbienentag

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Weltbienentag auserkoren – damit unterstreicht die Weltgemeinschaft die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und den dringenden Schutz der Bienen.

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit. Nach Angaben des Deutschen Imkerbunds sind 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Und wiederum mindestens 30 Prozent der menschlichen Nahrung stamme von bienenbestäubten Pflanzen, teilt das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit. Mehr

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Frühjahrsputz am Südring

Der Südring sieht dank der motivierten Arbeit von Mitgliedern des Imkervereins wieder blitzblank aus. Das Ergebnis der Reinigungsaktion waren 15 gut gefüllte Müllsäcke, die anschließend von Mitarbeitern der Stadt fachgerecht entsorgt wurden. Unser Bild entstand während der Aktion am Südeingang zum Gewerbegebiet Leegemoor.

Imker und Imkerinnen säubern Gräben beidseits des Südringes

Unter dem Motto „Nicht reden, sondern machen“ haben am vergangenen Sonnabend (7. März 2020) Mitglieder des Imkervereins Norden die Gräben beidseits der Straße Südring im Gewerbegebiet Norden vom Müll befreit. Startpunkt war an der Score-Tankstelle an der Ostzufahrt des Gewerbegebietes. Am Ende waren es schließlich 15 Säcke, die nach zweieinhalb Stunden mühevoller Arbeit am Sammelpunkt auf den Abtransport durch städtische Mitarbeiter warteten. Die Reinigungsaktion fand im Rahmen der Aktion „Frühjahrsputz“ der Stadt Norden teil. Jedes Jahr nehmen viele Vereine, Schulen, Kindergärten oder sonstige Gruppen an der Umweltinitiative teil. Die jeweiligen Reinigungsstrecken werden von der Stadtverwaltung koordiniert. Zwar fanden sich in diesem Jahr in den Gräben am Südring keine in der Natur entsorgten alten Fernseher oder Kühlschränke, dafür lagen umso mehr Flachmänner, Zigarettenschachteln, Pappkartons und jede Menge Plastik aller Art in den Grabenböschungen und den angrenzenden Bereichen. Imkervereinsvorsitzender Thorsten de Buhr sprach im Anschluss der Aktion den Vereinsmitgliedern seinen Dank für das Umwelt-Engagement aus. Der Verein nimmt seit Jahren am Frühjahrsputz teil.

Landkreis ernennt Bienenwanderwarte

Der Landkreis Aurich hat die Arbeit der Bienenwanderwarte der hiesigen Vereine nunmehr auf eine offizielle Ebene gestellt und dieser Tage sechs Bienenwanderwarte ernannt. „Diese leisten in ihren Vereinen einen erheblichen Anteil zur Erhaltung der Bienenpopulation“, schreibt der Landkreis Aurich in einem Online-Beitrag. Für den Bereich des Imkervereins Norden ist seit Langem Eberhard Janssen als Wanderwart zuständig. Mehr

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100 Jahre Imkerverein: Mitglieder blicken während Feier zurück

Vorsitzender Thorsten de Buhr blickte während der Feier zum
100-jährigen Bestehen des Vereins auf einzelne Stationen der Vereinsgeschichte zurück.

Mitglieder feierten am 15. Februar in Hage den 100. Geburtstag ihres Vereins
Ehrungen: Johannes Bracht und Heinrich Immoor sind über 60 Jahre dabei

Die Mitglieder des Imkervereins Norden haben am Sonnabend, 15. Februar 2020, in den Räumlichkeiten der Tanzschule Galts in Hage den 100. Geburtstag ihres Vereins gefeiert. Die zahlreich erschienenen Imker.innen nutzen den Abend ausgiebig, um in Erinnerungen zu schwelgen. Aber auch die Fachsimpelei kam nicht zu kurz. Daneben trug sicherlich auch das abwechslungsreiche Buffet zum Gelingen des Abends bei.

Vereinsvorsitzender Thorsten de Buhr fasste die Entwicklung des Vereins in mehreren Episoden kurzweilig zusammen: „Wie Herr Niebelsiek als Gemeindevorsteher von Lütetsburg letztendlich 48 Vereinsgründer dazu bewegen konnte, den Verein zu gründen, bleibt uns sicher für immer verborgen“, wies er auf die teils „dünnen“ Aufzeichnungen aus den ersten Jahrzehnten der Vereinsgeschichte hin. Zumal es keine Zeitzeugen mehr gibt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Umstände der Vereinsgründung sehr viel Interessantes hätten beitragen können.

Zum Nachfolger von Nebelsiek wurde nach einigen Jahren Herr Nordmann, Lehrer aus Westermoordorf, gewählt. Er führte das Amt über die Kriegsjahre bis 1945.

Bereits 1931 wusste man um die Heilkraft des Honigs. Dieser wurde in kristalliner Form verkauft und hielt somit ein Qualitätszeichen, das der Honig nicht erhitzt wurde, zitierte Thorsten de Buhr aus den alten Unterlagen. Im gleichen Jahr gab es in Wittmund das Treffen der Ostfriesischen Imker. Als Referent hielt Prof. Dr. Koch aus Celle damals einen Vortrag über die Zucht.

Am 24./25. September 1932 fand das Ostfriesische Imkertreffen in Norden statt. Hier ging es um den Anschluss an den deutschen Imkerbund. Der Grund war die Verwendung von einheitlichen Gläsern. Prof. Dr. Koch berichtete in seinem Vortrag über den Wert des Honigs. Zudem gab es eine Börse, auf der sowohl Bienen in Strohkörben als auch Mobilbeuten zu besichtigen waren.

1933 wurde der Norder Imkerverein umgetauft auf den Namen Deutscher Imkerbund e.V., Ortsgruppe Norden. Hintergrund war die Machtergreifung der NSDAP. Der Verein verlor seine Autonomie. 1934 wurde der Verein erneut umgetauft auf den Namen „Ortsfachgruppe Norden, Reichsfachgruppe Imker“.

Die Jahreshauptversammlung wurde in vollständiger Besetzung abgehalten. Bereits 1934 wurden Bienenseuchen-Obmänner eingesetzt. Dieses war der Konrektor Cassens und der Imker Tecken aus Norden, geht aus den Protokollen hervor.

Im gleichen Jahr wurde angeregt, Linden, Ahorn und Ulmen nicht weiter zu beschneiden, um das Nahrungsangebot für Bienen sicherzustellen, zitierte de Buhr ein Zeitungsauszug aus dem Kurier.1935 wurde schließlich ein Rapskataster eingeführt, um die Flächen besser unter die Imker zu verteilen, konnte Vorsitzender de Buhr aus den alten Protokollen berichten.

Die Mitgliederzahlen hielten sich im Norder Imkerverein bis zu Kriegszeit nahezu konstant. Die Zeiten wurden härter und es kam zur Abgabe von Honigwachs für die Kriegswirtschaft. Die Folge für die Imker war, dass ihre eigenen Vorräte knapp wurden.

Der Imkerverein Norden feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Wie musste man sich die Imkerei damals überhaupt vorstellen ?

Die Technik und Vielfallt der ganzen Werkzeuge und Schleudern lassen sich in kleinster Weise mit der heutigen vergleichen, so Thorsten de Buhr. Geimkert wurde in den meisten Fällen mit Strohkörben und Hinterbehandlungskästen, die Einzug in das Magazinimkern hielten. Die Beuten waren um einiges kleiner als die die jetzigen Magazinbeuten. Heutige Styroporbeuten waren natürlich nicht zu finden.

„Imker waren stets sparsam, was man besonders an unseren älteren Imkern erkennen kann“, zog de Buhr schmunzelnd ein Resümee und weiter: „Was damals sicherlich auf die schlechten Zeiten zurückzuführen war. Es wurde zwangsläufig viel instand gesetzt oder Rähmchen neu gedrahtet. Ein Neukauf kam nur selten in Frage.“

Der Zweite Weltkrieg sorgte dafür, dass aus der lieblichen Honigschleckerei des Imkers ein kostbarer Artikel wurde, der in den Notzeiten oft einziges Mittel zum Süßen war. Die Honigpreise wurden, wie Thorsten de Buhr in den Protokollen nachlesen konnte, staatlich festgelegt. Der Großhändler bezahlte 1940 für losen Honig (500 Gramm) 1,05 RM. Im Laden kosteten 500 Gramm Honig im Einheitsglas 1,55 RM. 1940 gab es im Bereich des Imkervereins 515 Kastenvölker und noch 142 Korbvölker. Pro Volk waren 3 Kilogramm Honig als „wertvolles Volksgut“ abzugeben. Auch Bienenwachs musste, wenn es nicht zur Mittelwandherstellung genommen wurde, abgegeben werden.

Am 16.12.1945 wurde Herr Albert Lentz zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die harten und spärlichen Kriegsjahre vergingen und das Vereinsleben kehrte langsam zur Normalität zurück. Aber die weiteren Jahre waren dennoch beschwerlich für jeden Imker. Die Währungsreform im Jahre 1948 wurde für viele Imker sogar zu einem Kraftakt, da der Zucker für die Winterfütterung sehr teuer wurde, wusste de Buhr zu berichten.

Im Jahre 1951 waren sage und schreibe 4 Mitglieder bei der Versammlung anwesend. Im gleichen Jahr wurde der Lehrer van Dieken zum 1. Vorsitzenden gewählt. 1953 schließlich wurde der Züchterring in Norden gegründet.

Bereits im Jahr 1955 gab es eine Aufzeichnung, dass Imker möglichst ihren Honig  im Einheitsglas verkaufen sollten, um sich von ausländischen Honigen abzuheben.Der Imkerverein Norden hatte zum damaligen Zeitpunkt etwa 50 Mitglieder.

Im Jahre 1962 wurde endlich ein Platz für die Inselbelegstelle auf Norderney gefunden, denn der alte Platz konnte nicht mehr genutzt werden. Die Gründe hierfür sind nach den Worten von de Buhr leider nicht bekannt.

Im Jahre 1963 wurde der Norder Stadtinspektor Hermann Poppen zum ersten Vorsitzenden gewählt. Sein Vorgänger musste das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben.

Seit 1965 legte der Imkerverein Norden besonderen Wert auf die Zucht. Es wurde Zuchtstoff abgegeben. Aufgrund der guten Arbeiten in der Zucht, entstand eine enge Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut Oberursel, wusste der jetzige Vorsitzende aus dem Studium der alten Protokollbücher zu berichten.

Am 16.03.1969 wurde Willfried Brüchert zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er sollte dieses Amt über 40 Jahre ausüben.

In den 1980 überschwemmte dann die Varroamilbe Ostfriesland – in der Geschichte der Bienenzucht und Imkerei eine Zäsur. Der Parasit sorgt bis heute für große Schäden in den Bienenvölkern.

Im Rahmen seiner guten Zuchtarbeit in seiner langen Vereinszugehörigkeit konnte Willfried Brüchert viele Imker durch seinen Erfahrungsschatz und Zuchterfahrungen begeistern. “ Willfried und Doris haben den Norder Imkerverein maßgeblich geprägt und zu einen guten Namen verholfen. Hierfür möchte ich mich im Namen des Vorstandes recht herzlich bedanken“, lobte der jetzige Vorsitzende dieses tolle Engagemnt für den Verein. Seit 2010 ist Willfried Brüchert der Ehrenvorsitzende des Norder Imkervereins.

2010 wurde Walter Schadt aus Norden als Brücherts Nachfolger zum 1. Vorsitzenden gewählt. 2016 gab Schadt aus beruflichen Gründen das Amt an Thorsten de Buhr ab.

Der Vorsitzende wies während des aktuellen Teils seiner Rede auf den hohen Stellenwert der Neuimkerausbildung hin. Seit 2017 bietet er gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Marienhafer Imker, Helmut Freese, die Kurse bei der KVHS in Norden an. „Hier konnten wir einige Imker und Imkerinnen in den letzten Jahren gewinnen und so dem demografischen Wandel entgegenwirken. Mit wachsender Begeisterung ist die Imkerei in den letzten Jahren regelrecht zu einem Hype geworden, der bis zum heutigen Tage nicht abgenommen hat“, freute sich de Buhr.

Im vergangenen Jahr 2019 konnte der Verein einen weiteren Erfolg verbuchen: Dem Verein wurde die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

Zum Schluss machte de Buhr erneut auf die auch nach seinen eigenen Recherchen großen Schäden an den Bienenvölkern aufgrund des Einsatzes von Spritzmitteln aufmerksam. Auch die Wildkräuter würden zunehmend von der Bildfläche verschwinden. „Längst sind viele Arten aus der Region verschwunden, die einst für guten Ertrag gesorgt haben“, so der Vorsitzende besorgt. /RF/TdB


Heinrich Immoor aus Hage ist 62 Jahre Mitglied des Imkervereins Norden. Vereinsvorsitzender Thorsten de Buhr (l.) und sein Stellvertreter Walter Schadt überreichten die Ehrenurkunde.
Johannes Bracht kann auf eine 63-jährige Vereinsmitgliedschaft zurückblicken. Vereinsvize Walter Schadt lobte das Engagement und übergab zum Dank die Ehrenurkunde.

Ehrungen

Ein Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen von langjährigen Mitgliedern. Johannes Bracht, Großheide, wurde für seine 63-jährige Vereinszugehörigkeit vom 2. Vorsitzenden Walter Schadt ausgezeichnet. Auf Platz zwei folgte mit 62 Jahren Vereinstreue Heinrich Immoor aus Hage, der die Urkunde von Vereinschef de Buhr entgegennahm. Die weiteren Ehrungen: Ehrenvorsitzender Willfried Brüchert (Norden, 55 Jahre Zugehörigkeit), Jakobus Eden (Hage, 40), Klaas Kampen (Norden, 40), Gerhard Grendel (Norden, 30), Georg Germann (Lütetsburg, 28), Siegfried Seyb (Norden, 24), Jürgen Schulz (23), Walter Wäcken (Westerende, 20), Daniel Rabenstein (Ostermoordorf, 17), Friedrich Homann (Norden, 17), Silvia Rabenstein (Ostermoordorf, 16), Ingo Wäcken (Großheide, 16) und Beate Rabenstein (Großheide, 16). /RF

Norder Imker bestätigen Vereinsvorstand

Sorge um Insektenpopulationen – Mitgliederzahlen steigen

Die Mitglieder des Imkervereins Norden blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück, zumindest was die Mitgliederentwicklung und die Aktivitäten angeht. Vorsitzender Thorsten de Buhr zog während der jüngsten Jahresversammlung am 5. Februar im Haus der Vereine ein überaus positives Fazit der zurückliegenden Arbeit. Der Verein hat seinen Worten zufolge einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen können. Grund für die Entwicklung sei neben dem bundesweit diskutierten Insekten- und Bienensterben, das viele Menschen veranlasst habe, selbst aktiv zu werden, die gemeinsam mit dem Imkerverein Marienhafe angebotene Schulung von Neuimkern bzw. von Interessierten, die es gerne werden möchten. Viele der Teilnehmer.innen treten nach dem erfolgreichen Abschluss den Vereinen bei. Der Norder Verein hat nach eigenen Angaben 54 aktive Mitglieder, die insgesamt über 300 Bienenvölker betreuen.

Vorstand Imkerverein Norden
Die Mitglieder des Imkervereines Norden bestätigten während der jüngsten Jahresversammlung ihren Vorstand (v. l.): Alfons Köcklar (Schriftführer), Eberhard Janssen (Wanderwart), Walter Schadt (2. Vorsitzender), Thorsten de Buhr (1. Vorsitzender) und Walter Ehmen (Kassierer).

Wenig gutes konnte de Buhr dagegen über die Honigernte berichten. Sie sei wegen des kalten und teils trockenen Wetters geringer ausgefallen als 2018. Zu alledem hatten die Imker.innen im Spätsommer mit einem massiven Völkersterben zu kämpfen. „Die Völker sind regelrecht zusammengebrochen“, konnte der Vorsitzende über die Gründe lediglich mutmaßen – darunter ein hoher Befall vieler Völker mit der Varroamilbe. „Dieses Problem müssen wir sehr ernst nehmen“, nannte Gesundheitsobmann Walter Schadt den „zu warmen Winter“ mit den daraus resultierenden zu kurzen Ruhezeiten der Bienen als einen der Hauptgründe für den starken Befall durch die Milben. „Sie führt zu einer Grundschwächung der Bienenvölker“, mahnte Schadt die anwesenden Mitglieder, die Behandlung ernst zu nehmen.

Die Norder Imker haben sich im vergangenen Jahr bei etlichen Veranstaltungen präsentiert. Vorsitzender de Buhr nannte beispielhaft die Teilnahme am Rosenmarkt und am Erntedankfest in Norden sowie an der Müllsammlung der Stadt. Auch auf Norderney waren die Imker mit einem Infostand vertreten. Besonders hob de Buhr das Engagement von Siebo Büscher sowie Erika und Egon Gronewold hervor. Die drei Mitglieder haben den Schülerinnen und Schülern der Grundschulen in Hage und Berumbur durch ihr Kursangebot Einblicke in die Imkerei ermöglicht. „Das ist eine tolle Sache“, sprach de Buhr die Hoffnung aus, dass auch in diesem Jahr die Möglichkeit dazu bestehe. Die  Norder Imker wollen nach de Buhrs Worten auch in diesem Jahr wieder auf Veranstaltungen präsent sein und an der Müllsammelaktion in der Stadt teilnehmen.

Ein weiteres Thema war der Rückgang der Insektenpopulationen. Viele Lebensräume würden schleichend verschwinden, kritisierte der Vorsitzende, dass die Böschungen vieler Gräben zu intensiv gehäckselt würden. „Natürlich muss die Entwässerung der Ländereien gewährleistet werden, aber es gehen immer mehr Refugien für Insekten verloren.“ Weniger Insekten gleich weniger Vögel – selbst auf dem „platten Land“ sind nach den Beobachtungen einiger Mitglieder immer weniger Vögel zu beobachten. „Bei uns in Berumbur sind viele Vögel einfach von der Bildfläche verschwunden“, hieß es von einem dortigen Imker, der insbesondere auf den Rückgang des Rebhuhnbestandes hinwies. Diese Art erlitt nach den Beobachtungen von Experten wie kaum eine andere Vogelart in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Bestandsverluste. Nach den Zahlen des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA) nahmen die Bestände deutschlandweit von 1980 bis 2016 um gut 91 Prozent ab. Ein wesentlicher Grund sei, dass die Küken von Insekten lebten und auf den intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen die Rebhühner nicht mehr ausreichend Nahrung finden würden. Vorsitzender de Buhr appellierte denn auch an die Politik und Verwaltungen, „im Sinne der Natur mehr zu machen.“

Engagement: Georg Germann hat seit Jahrzehnten die Vereinskasse geprüft. Jetzt hat er sein Amt aus Altersgründen abgegeben.

Bei den Vorstandswahlen blieb alles beim Bewährten.  Die Mitglieder bestätigten Thorsten de Buhr (1. Vorsitzender), Walter Schadt (2. Vorsitzender), Walter Ehmen (Kassierer) und Alfons Köcklar (Schriftführer) in ihren Ämtern. Gesundheitsobmänner bleiben Walter Schadt und Detlef Kremer, zum Obmann für Öffentlichkeitsarbeit wurde Richard Fransen gewählt. Wanderwart ist Eberhard Janssen. Kassenprüfer wurde Axel Klar. Er löst Georg Germann ab, der dieses Amt seit Jahrzehnten inne hatte und es nun aus Altersgründen abgab. Vorsitzender de Buhr dankte dem Lütetsburger für seine jahrelange gewissenhafte Arbeit.

Der 2. Vorsitzende, Walter Schadt, wiederum dankte Thorsten de Buhr: „Du hast den Verein als Vorsitzender in den letzten Jahren deutlich vorangebracht.“ Die Mitglieder quittierten dies mit langem Applaus. /RF

Imkerinnen und Imker aus Ostfriesland treffen sich in Hage

Ostfriesisches Imkertreffen
Der Imkerverein Norden war am Sonnabend Ausrichter des diesjährigen Ostfriesischen Imkertreffens. Vorsitzender Thorsten de Buhr konnte im Saal der Tanzschule Galts in Hage zahlreiche Gäste – nicht alle im Bild – begrüßen.

Anlässlich des diesjährigen ostfriesischen Imkertreffens haben sich am Sonnabend
(1. Februar 2020) auf Einladung des Imkervereins Norden etwa 50 Vertreter.innen der ostfriesischen Imkervereine getroffen. Vereinsvorsitzender Thorsten de Buhr wies während seiner Begrüßungsrede in den Räumen der Tanzschule Galts auf das bevorstehende „große Ereignis“ hin – den 100. Geburtstag des Vereins, der am 18. Februar 1920 von 48 Mitgliedern gegründet worden ist. Damals wurde Gemeindevorsteher Nebelsiek, Lütetsburg, zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt, zu seinem Stellvertreter bestimmten die anwesenden Gründungsmitglieder Kreiswegemeister Tell aus Linteln. Bis heute standen in den zurückliegenden 100 Jahren lediglich acht Imker an der Vereinsspitze. Den Rekord hält Willfried Brüchert, der den Verein von 1969 bis 2010 führte. Vorsitzender de Buhr dankte am Sonnabend seinem Vorvorgänger und Ehrenvorsitzenden Brüchert, der es sich am Sonnabend nicht nehmen ließ, gemeinsam mit seiner Ehefrau Doris an dem ostfriesischen Imkertreffen teilzunehmen und sich über aktuelle Entwicklungen in der Bienenzucht zu informieren. 

Ostfriesisches Imkertreffen
Der Vorsitzende des Imkervereins Norden, Thorsten de Buhr [l.] begrüßt Peter Spieker. Der Imker aus Rhauderfehn ist Zuchtkoordinator der europäischen Buckfastimker.

Im Weiteren beklagte der Norder Vorsitzende über eine schwindende Bienenpopulation. „Die Bienenvölker werden knapp“, forderte er zu aktivem Handeln auf, um die Lebensbedingungen für die Bienen zu verbessern. „Der Klimawandel sorgt für höhere Temperaturen und das ist nicht gut für unsere Bienen“, so de Buhr, der außerdem vor einer  „Verarmung der Blütenlandschaft“ warnte: „Es darf bei uns nicht so weit kommen wie es jetzt bereits in Teilen Chinas zu sehen ist, dass es keine Bienen oder andere Insekten mehr gibt und Scharen von Menschen mit Pollen die Bäume von Hand bestäuben.“

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Referat von Peter Spieker aus Rhauderfehn. Er ist Zuchtkoordinator in der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker und beschäftigt sich seit Jahren gemeinsam mit anderen Züchtern mit dem Thema Bekämpfung der Varroamilbe. Der Parasit entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock und gilt als schlimmster Bienenschädling weltweit. Die Milbe tauchte erst in den 1980er-Jahren bei uns in der Region auf. Die Imker versuchen seitdem, die Milbe mit verschiedenen zugelassenen Medikamenten und Mitteln in Schach zu erhalten.

Ostfriesisches Imkertreffen
Referent Peter Spieker stieß mit seinem Vortrag über die Züchtung varroaresistenter Bienen bei den hiesigen Züchtern und Imkern auf großes Interesse.

Mittelfristig gilt jedoch die Züchtung resistenter oder toleranter Bienen als einzige erfolgversprechende nachhaltige Bekämpfungsmethode. Eine davon heißt VSH. Die Abkürzung steht für VarroaSensitive Hygiene und bedeutet vereinfacht, dass die Bienen durch die Zucht erkennen können, ob sich in der gedeckelten Brutzelle eine Varroamilbe befindet. Die Bienen öffnen die geschlossene Zelle und räumen sie samt Milbe aus. Der Milbennachwuchs wird dabei eliminiert. Dieses Verhalten ist seit Langem bekannt, da auch die Natur durch natürliche Auslese einigen Bienen diese für die Züchter positiven Eigenschaften zukommen lassen hat.

Durch die Züchtung will man diesen Vorgang quasi beschleunigen. Die derzeit gängige wissenschaftliche Grundlage für die Züchter ist die Erkenntnis der sogenannten rezessiven Vererbung der gewünschten Eigenschaft. Das heißt, die Varroaresistenz wird nur an die Folgegeneration vererbt, wenn auch der weibliche und männliche Teil  diese genetische Eigenschaft besitzt. Die Schwierigkeit liegt nunmehr darin, dass eine Königin von 10 bis 20 Drohnen begattet wird und somit eine fundierte Aussage, von welchem Drohn die angestrebte Geneigenschaft VSH-Resistenz stammt, nicht möglich ist. Die Züchter greifen daher auf die Ein-Drohnen-Besamung zurück. Hierbei wird die Bienenkönigin mit dem Samen nur eines einzigen Drohns künstlich befruchtet. Dieses Verfahren der Paarungskontrolle ist für eine effektive Zuchtarbeit Voraussetzung.

Referent Peter Spieker erläuterte den Imkerinnen und Imkern anhand von vielen Schaubildern den Verlauf der Untersuchungen, die er seit 2016 unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Züchter und „Pionier der Entwicklung“ Josef Koller aus der Oberpfalz begleitet. „Erfahrene Imker und Wissenschaftler arbeiten seit Jahren eng zusammen, um irgendwann varroafreie Völker zu ermöglichen“, warnte er allerdings vor derzeit zu großen Erwartungen. In den nächsten Jahren seien auf Basis von Auszählungen und Beobachtungen an den Bienenvölkern wichtige Zuchtentscheidungen zu treffen.  Dennoch sprach Spieker am Schluss seines Vortrages von einer „schönen und interessanten Zeit, in der Züchter verschiedener Richtungen zusammenkommen.“ 

Ostfriesisches Imkertreffen
Ostfriesisches Imkertreffen

Die Holzwerkstatt der Behindertenhilfe Norden zeigte in einer kleinen Ausstellung ihre jüngsten Produkte, darunter verschiedene Ausführungen von Holzbeuten, Rähmchen, Futterzargen, Vogelkästen und verschiedene Modelle von Insektenhotels für den Garten. /RF

Imkerverein wird 100 Jahre alt

Der Imkerverein Norden wird im Februar 100 Jahre alt. Genau am 18. Februar 1920 wurde der Verein gegründet. Die Zeitung berichtete der damaligen Zeit entsprechend.

Die stattliche Zahl von 48 Gründungsmitgliedem aus dem Gesamtkreis Norden rief 1920 den Imkerverein Norden ins Leben. Zu Zeiten der ,,Zuckerimker“ wuchs er bis auf 91 Mitglieder an, die 1024 Völker bewirtschafteten.
Nach dem 2. Weltkrieg entstanden weitere Vereine in der Region. Sie nahmen Imkerkollegen aus dem Verein Norden, die aus ihrem Einzugsgebiet stammten, auf. So pendelte sich seit 1960 der Mitgliederstand zwischen 40 und 50 Imkerfreunden ein.
Nur 6 Vorsitzende haben die Geschicke des Imkervereins Norden in den vergangenen 75 Jahren geleitet, ein Zeichen dafür, dass sich alle mit großem Engagement und dem Blick für die Zukunft um das imkerliche Wohl ihrer Kollegen und Kolleginnen kümmerten.

Die Umstellung auf die Zuckerfütterung nach dem 1. Weltkrieg, die Zuckerzuteilung während des 2. Weltkriegs, der Wiederaufbau und die Förderung des Honigabsatzes nach der Währungsreform 1948 waren die herausragenden Aufgaben der Vereinsführung in der ersten Hälfte der Vereinsgeschichte. Doch es sind nicht nur die für jeden sichtbaren Leistungen, die eine funktionierende Gemeinschaft fördern und erhalten. Besonders in den sicher unzähligen stillen Stunden haben sich diese Vorsitzenden mit ihren Vorstandskollegen in einem dreiviertel Jahrhundert um den Verein verdient gemacht.

Seit jeher spielte die Zuchtarbeit eine dominierende Rolle im Inikerverein Norden. Durch seine Nähe zu den Inseln übernahm er eine Pilotfunktion für den ganzen Landesverband Weser-Ems. Schon früh wurde erkannt, daß Zuchtarbeit nur bei kontrollierter Anpaarung erfolgreich sein kann.

Schon vor dem 2. Weltkrieg wurde Juist als Zuchtstation in einem Protokoll erwähnt. Die ,,lütte Swarte“ wurde dort vermehrt, wie es der Kollege Buse aus Norden beschrieb. Im Dezember 1945 wurde Jakob Lübbers aus Marienhafe zum Obmann für Zuchtwesen gewählt. Fast auf jeder Vereinsversammlung standen Zuchtthemen bei Vorträgen oder theoretischen und praktischen Schulungen an, so Tido Müller, Kassenwart des Vereins seit nunmehr 40 Jahren, der seit jeher jede Versammlung besuchte. Die Zuchtfreunde Oltmanns und Lübbers prägten damals diese Aktivsten des Vereins.

1947 wurde die Belegstelle Juist neu eingerichtet. Die Beschickung nahm rasch zu. Man wußte damals noch nichts über die Mehrfachpaarung bei Bienenköniginnen, so dass der Bericht über den Verlauf der Zuchtsaison auf Juist 1955 von sehr schlechten Begattungsergebnissen des einen Vatervolkes spricht. Erst die Versuche der Gebrüder Ruttner und der spätere Kontakt des Vereins zum Bieneninstitut Oberursel legten die Grundlagen für die heutige erfolgreiche Belegstellenarbeit auf den Nordseeinseln vor Weser-Ems.

1953 gründete sich der Züchterring Norden. Bald suchte man eine weitere Belegstelle. Norderney sollte eine Belegstelle bekommen. Doch bis sie 1962 auf ihrem endgültigen Platz in den Süddünen errichtet wurde, vergingen noch Jahre der Verhandlungen und alternativen Lösungssuche.

Seit 1965 legt der Imkerverein Norden besonderen Wert auf die Breitenarbeit in der Zucht. Es wurde erstmals Zuchtstoff abgegeben. Besonders seit der Zeit des Prüfstands Oltmanns-Brüchert nahmen die dort durchgeführten Umlarvveranstaltungen einen festen Platz in der Vereinsarbeit und in den Zuchtbestrebungen der Imker der ganzen Region ein.
Die Zuchtarbeit zeigte Früchte und machte die Bienenwissenschaft auf den Verein Norden auf merksam. In den sechziger Jahren entstand eine enge Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut Oberursel. Professor Ruttner besuchte des Öfteren die Belegstelle Norderney. Ende der sechziger Jahre gelangten Drohnen aus Oberursel auf Norderney zur Aufstellung.

Auch neuere Untersuchungen von Bienefeld (1983) zeigten, daß die Zuchtarbeit in Weser-Ems außerordentlich effektiv war und die Leistungs- und Erhaltenseigenschaften der Zuchtstämme und über diese auch die der Landbiene erheblich vergrößert wurden. Maßgeblich daran beteiligt waren die Norder Züchter, die mit ihren Zucht- und Drohnenvölkem die Erbanlagen der Bienenvölker des Landesverbandes Weser-Ems und darüber hinaus bei vielen Züchtern in ganz Deutschland beeinflusst haben, denn bald wurde die Belegstelle Norderney aus allen Imker-Landesverbänden beschickt.

Neben der Einrichtung von Inselbelegstellen war die exakte Führung eines Prüfstandes mit verschiedenen Geschwistergruppen nötig. Besonderes Verdienst kommt dabei dem viel zu früh verstorbenen Züchter Jan Oltmanns zu, der – stets in aller Stille – für das Gemeinwohl arbeitete. Der Landesverband Weser-Ems und die Landwirtschaftskammer Weser-Ems würdigten diese Leistung durch die Verleihung der Lehzen-Medaille und des Staatsehrenpreises für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Tierzucht.

Ehrenvorsitzender Wilfried Brüchert
Ehrenvorsitzender Willfried Brüchert
1. Vorsitzender Thorsten de Buhr
1. Vorsitzender Thorsten de Buhr

Diese Arbeit wurde über viele Jahre vom langjährigen Vorsitzenden Willfried Brüchert unterstützt. Brüchert führte über 40 Jahre (!) von 1969 bis 2010 als Vereinsvorsitzender die Arbeit mit all seinen hier ungenannt bleibenden Helfern und Helferinnen in bewährter Weise fort. Im Jahre 2010 übernahm Walter Schadt das Amt des 1. Vorsitzenden, die Mitglieder wählten den verdienten Willfried Brüchert zum Ehrenvorsitzenden. Seit 2016 steht Thorsten de Buhr aus Hage an der Spitze des Vereins.