Bioimker zu Gast in Norden

Horst Stern legte den Grundstein für das spätere Hobby

Über ihre Arbeit als Bioimker haben Werner Wallenwein und Sohn Leon während unserer jüngsten Mitgliederversammlung im Haus der Vereine berichtet. Der Bioimker aus Backnang (Baden-Württemberg) hat gemeinsam mit seiner Familie zum ersten Mal Urlaub hier bei uns an der Küste gemacht und den Aufenthalt natürlich auch dazu genutzt, mit hiesigen Imkerinnen und Imkern ins Gespräch zu kommen. So gab es beispielsweise einen regen Meinungsaustausch mit unserem Vorsitzenden Thorsten de Buhr, in dessen Garten zwischen fleißigen Bienenvölkern eifrig gefachsimpelt wurde. 

Werner Wallenwein, der auch zweiter Vorsitzender seines Vereins in Backnang ist, hat 2015 mit Eintritt in den verdienten Ruhestand mit der Imkerei begonnen. Wie in Norden, können Interessierte auch in seiner Heimat bei der Volkshochschule einen Kurs für Neuimkerinnen und Imker besuchen. Gesagt, getan und das sogar mit zwei Wallenweins. Sohn Leon teilt nämlich die Begeisterung seines Vaters für die Imkerei. Apropos Begeisterung: Für Werner Wallenwein liegt der „erste Kontakt“ zu den fleißigen Honigproduzenten Jahrzehnte zurück, berichtet er schmunzelnd. Damals in den 1970er-Jahren war es der berühmte Tierfilmer Horst Stern, der mit einem Beitrag über Bienen den ersten Grundstein für das spätere Hobby legte. Wer kennt „Sterns Stunde“ nicht…

Während der jüngsten Mitgliederversammlung des Imkervereins Norden berichteten die Bioimker Werner (2.v.l.) und Leon (l.) Wallenwein über ihre Arbeit in Backnang. Unser Vereinsvorsitzender Thorsten de Buhr (4.v.l.) hatte die beiden Baden-Württemberger ins Vereinsheim zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Weiter im Bild die Norder Imker Hermann Hartmann (3.v.l.) und Bernhard Kiesecker (r.). (© Foto: Imkerverein Norden/Richard Fransen)

Zurück zur Gegenwart: Werner Wallenwein berichtete seinen Norder Kollegen und Kolleginnen von einer regen Vereinsarbeit, wenngleich der 140 Mitglieder starke Verein stark unter der Corona-Pandemie gelitten habe. Es sei schwierig gewesen, wieder zu einem normalen Vereinsleben zurückzukehren, meinte er und erntete aus der Zuhörerschaft ein zustimmendes Kopfnicken. Mit ähnlichen Problemen kämpfen schließlich auch andere Vereine.

Die beiden Bioimker aus Backnang arbeiten mit einem eigenen Wachskreislauf. Die Anfütterung erfolgt mit Biozucker. Bei der Varroabehandlung setzen die beiden Imker schwerpunktmäßig auf die Brutentnahme. Eine Wanderimkerei gibt es nicht, sondern feste Standorte für die Bienenstöcke. Als Beuten (Behausung für die Bienen) werden ausschließlich Holzbeuten verwendet, zumeist im Zandermaß. Die jüngeren Imker und Imkerinnen im Verein nutzen laut Wallenwein auch Dadant-Beuten.  Die beiden Imker arbeiten überwiegend mit Buckfastbienen. Ableger werden nicht verkauft. Im Gegensatz zu den Imkern und Imkerinnen hier bei uns im Norderland wird in der Heimatregion – sie liegt 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart – mangels geeigneter Anbauflächen kaum Rapshonig geerntet. Vielmehr steht der Waldhonig naturgemäß hoch im Kurs. Von der hervorragenden Qualität konnten sich die Norder Imker und Imkerinnen während der Mitgliederversammlung selbst überzeugen. Werner und Leon Wallenwein hatten nämlich Gläser mit Waldhonig mitgebracht – was soll man sagen: Einfach lecker. . .

Mit Sorge betrachtet Werner Wallenwein die zu beobachtende Trockenheit der Wälder. Besonders auf der Zugreise in Richtung Norden habe er beobachtet, dass vor allem im Ruhrgebiet viele Wälder vertrocknet seien. /RF