Vorstandswahlen beim Imkerverein Norden

Corona und kühle Witterung setzen Imkerinnen und Imker zu

Norden – Die Mitglieder des Imkervereins Norden haben während der jüngsten Jahreshauptversammlung im Haus der Vereine ihren Vorstand in den wesentlichen Positionen bestätigt. An der Spitze steht weiterhin Thorsten de Buhr (Hage), sein Stellvertreter bleibt Walter Schadt (Norden), Walter Ehmen (Osteel) führt wie gewohnt die Kasse und Richard Fransen (Norden) bleibt zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Neu im Amt als 2. Kassierer ist Bernhard Kiesecker (Hage) gewählt worden. Zu Kassenprüfern wurden Axel Klar (Hage, wiedergewählt) und Melissa Buß (Norden) gewählt. Die Funktion des Wanderwartes übernimmt weiterhin Eberhard Janssen (Norden).

In seinem Bericht sprach Vorsitzender de Buhr von einem „erneut schwierigen Jahr 2021“. Wegen der Corona-Pandemie sei das Vereinsleben stark eingeschränkt gewesen, die sozialen Kontakte gegen Null tendiert Aber auch die gestiegenen Rohstoffpreise bei den Imkereiartikeln bekamen die Imkerinnen und Imker nach den Worten de Buhrs stark zu spüren, ebenso die hohen Mineralölpreise. „Vielfach konnten wir das nicht auf den Honigpreis umlegen“, wies der Vorsitzende darauf hin, dass die heimischen Imker mit den importierten Honigarten preislich konkurrieren müssten. „Zudem soll ja auch der heimischen Honig in einem guten Preisgefüge liegen. Wie wir wissen, entscheiden sich Kunden gerne für einen Supermarkt-Honig, da viele den Unterschied hinsichtlich Qualität und Regionalität bei höheren Preisen nicht bereit sind zu zahlen“, sagte der Vorsitzende. Ein weiterer Grund seien die gestiegenen Lebensmittelpreise im Allgemeinen.

Die Mitglieder des Imkervereins Norden haben ihren Vorstand bestätigt. Im Bild (v. l.) Walter Schadt (2. Vorsitzender), Richard Fransen (Schriftführer), Melissa Buß (Kassenprüferin), Bernhard Kiesecker (2. Kassierer), Walter Ehmen (1. Kassierer), Thorsten de Buhr (1. Vorsitzender) und Eberhard Janssen (Wanderwart). Nicht im Bild Kassenprüfer Axel Klar.

Hinzu kommt, dass das Honigjahr 2021 laut de Buhr schlecht ausgefallen ist. Die Monate April und Mai seien verregnet, sodass viele Obstbaumblüten zerstört worden seien. Zudem konnten die Bienen wegen der kalten Witterung nicht fliegen. „Das hatte auch zur Folge, das einige Bienenvölker sehr schnell verhungert sind“, merkte de Buhr an, dass es die Imker im Süden des Landes noch schlechter getroffen habe. „Dort fiel die Honigernte nahezu komplett aus.“ 

Aufgrund der Pandemie musste im letzten Jahr die Neuimkerschulung in der Kreisvolkshochschule Norden ausfallen. Das hatte natürlich zur Folge, das der Imkerverein Norden kaum Neumitglieder gewinnen konnte. Der Imkerverein Norden ist in den nächsten Jahren nach den Worten des Vorsitzenden auf neue Mitglieder angewiesen, denn der Altersdurchschnitt und somit der Verlust von Imkerinnen und Imker sei vorprogrammiert. Umso glücklicher zeigte sich de Buhr, dass im Februar an der KVHS-Norden eine neue Schulung für Neuimker/-innen mit 13 Teilnehmenden angeboten werden konnte. 

Es sei wichtig, Menschen sowohl für das Hobby Imkerei zu begeistern als auch die Blickrichtung für den Naturschutz zu fördern. „Diese Themen gehören für mich sehr eng zusammen, denn ohne den richtigen Naturschutz wird es sehr schwer für uns alle werden. Auch wenn der Niedersächsische Weg und das Biosphärenreservat beschlossen sind, so lassen die damals angekündigten Maßnahmen noch lange auf sich warten. Den Kampf für ein bessere ökologisches Umfeld für unsere Bienen können wir nur gemeinsam und mit Geschlossenheit gewinnen“, kündigte de Buhr an, beide Maßnahmen weiterhin kritisch zu begleiten. 

Als sehr erfolgreich bezeichnete der Vorsitzende das Ergebnis des Spendenaufrufs der ostfriesischen Imkervereine für die Flutopfer an der Ahr. Allein aus dem Norder Imkerverein seien 585 Euro gesammelt worden. /RF

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Südring ist wieder sauber

Mitglieder des Imkervereins reinigten am Sonnabend den Südring zwischen Score-Tankstelle und Eingang Gewerbegebiet Leegemoor. Das Bild zeigt nur einen Teil der „Ausbeute“. Die Imkerinnen und Imker haben während ihrer Reinigungstour mehrere Müllsäcke entlang de Strecke „zwischengelagert“.

Imkerverein startet spontan Reinigungsaktion

Der Südring in Norden ist wieder sauber. Mitglieder des Imkervereins Norden haben am Sonnabend (5. März 2022) den Streckenabschnitt von der Score-Tankstelle bis zum Eingangsbereich des Gewerbegebiets Leegemoor vom Müll befreit. Und der lag – wie in den Vorjahren auch – reichlich am Straßenrand und in den Gräben herum. Neben großen Mengen an Verpackungsmüll aus Papier und Plastik wurden Radkappen, ausgediente Besen und sogar ein Erotik-Adventskalender (allerdings ohne Inhalt) achtlos entsorgt. Der Imkerverein reinigt seit Jahren regelmäßig den Südring. „Die Stadt Norden hat den Umwelttag wegen der Coronapandemie zwar abgesagt, dennoch haben wir uns kurzfristig entschlossen, die Strecke zu säubern“, zeigte sich Imkervereinsvorsitzender Thorsten de Buhr mit Blick auf die vielen gefüllten Abfallsäcke bestätigt. /RF

Kritik an Kahlschlag am Tief

Imker sehen Probleme bei der Nahrungssuche der Bienen

Die Rodungsarbeiten am Hager Tief durch den Entwässerungsverband sind aus Sicht der Norder Imker zu radikal. „Ein Pflegeschnitt hätte es auch getan“, befürchtet Imkervereinschef Thorsten de Buhr massive Auswirkungen auf die Nahrungssuche der Bienen im Frühjahr. 

Hage – Das nördliche Ufer des Hager Tiefs ist Mitte Januar 2022 in einem Bereich östlich des Breiten Weges gerodet worden. Aus Sicht unseres Vereinsvorsitzenden Thorsten de Buhr ist der Entwässerungsverband Norden bei den Räumarbeiten zu massiv vorgegangen. „Ein Rückschnitt hätte völlig genügt“, so de Buhr, der massive Auswirkungen im Frühjahr für die Bienenvölker befürchtet. „Unsere Bienen sind im Frühjahr bei der Nahrungssuche auf die Frühblüher, die nach dem massiven Vorgehen des Entwässerungsverbandes nun nicht mehr da sein werden, angewiesen“, weist de Buhr darauf hin, dass auch an vielen anderen Stellen im Norderland die Uferböschungen durch den Entwässerungsverband, vielen Landwirten oder den Straßenmeistereien zu massiv zurückgeschnitten werden. „Was nicht passt, wird einfach weggerissen, ohne zu beachten, wozu das führt. Wie sieht unsere Natur dann wohl in zehn Jahren aus, wenn das so weitergeht?“, blickt Thorsten de Buhr mit Sorge in die Zukunft. Die Sensibilität in vielen Behörden oder Verbänden sei oftmals nicht vorhanden, hofft er, dass der vor wenigen Monaten zwischen der Landesregierung, Landwirten und Umweltschutzverbänden ausgehandelte beschlossene „Niedersächsische Weg“ ein Umdenken nicht nur bei den unmittelbar Beteiligten bewirkt. Im Niedersächsischen Weg wurden unter anderem Regeln für die Uferbereiche von Gewässern auf den Weg gebracht. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte im vergangenen Jahr unter anderem die Verantwortlichen auch in den Kreistagen und Gemeinden gebeten, den mit dem „Niedersächsischen Weg“ vereinbarten Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu unterstützen. Jeder, der in Niedersachsen Flächen besitze, könne sich an dem Schulterschluss für mehr Arten- und Naturschutz beteiligen, so die CDU-Politikerin damals gegenüber Medien. 

Für de Buhr ist der Artenschutz eine Gemeinschaftsaufgabe: „Landwirtschaft, Gartenbesitzer, Firmen, Verbände oder Kommunen, ja, die ganze Gesellschaft ist gefragt, sich für einen nachhaltigen Artenschutz einzusetzen“, fordert der 46-jährige Hager erneut ein generelles Umdenken, und zwar möglichst schnell.  „Die Situation ist wirklich dramatisch. Der Naturschutz darf nicht immer hinten anstehen“, so de Buhr auch mit Blick auf die jüngsten massiven Rodungsarbeiten am Hager Tief. 

Der Imkervereinsvorsitzende will es bei seiner Kritik nicht belassen. Vielmehr sucht er Verbündete, die sich der Thematik mit annehmen. Die ersten Kontakte wurden jetzt geknüpft: Mitglieder des Imkervereins trafen sich jetzt auf Einladung von Thorsten de Buhr vor Ort mit Vertretern der Grünen unter anderem aus Hage und den Nachbarkommunen sowie mit Kreistagsmitgliedern zu einem Informationsgespräch. /RF

Wie kommt eigentlich der leckere Honig ins Glas?

Bürgermeisterkandidat informiert sich bei Hager Imkerinnen und Imkern – Vereinsvorsitzender fordert mehr Nachhaltigkeit

„Wir brauchen weniger Kiesgärten, dafür mehr artgerechtes Grün innerhalb und außerhalb der Ortschaften.“ Imkervereinsvorsitzender Thorsten de Buhr (i.) erläutert Axel Hedemann die Grundzüge der Imkerei.

Norden/Hage –  Honig schmeckt lecker und ist gesund. Und am besten schmeckt er von einem Imker oder einer Imkerin aus der näheren Umgebung. Aber wie genau kommt der Honig ins Glas, das jeden Morgen bei Axel Hedemann in Hage auf dem Frühstückstisch steht? Die Antwort darauf gab es am Freitag beim Vorsitzenden des Imkervereins Norden, Thorsten de Buhr, bei dem sich Hedemann, der sich am 12. September für das Amt des Bürgermeisters der Samtgemeinde Hage bewirbt, kurzerhand eingeladen hatte. Dem 54-jährigen Hager ging es bei dem Treffen nicht nur um die Honigproduktion. Vielmehr stand auch das Thema Umwelt- und Naturschutz ganz oben auf seiner Agenda. Für Hedemann das Zukunftsthema überhaupt. Warum gerade die Imker? Sie haben in seinen Augen besonders sensible Fühler, wenn’s um die Umwelt geht und merken sehr früh an ihren Bienen, wenn irgend etwas mit der Natur nicht stimmt.

Und das ist aus Sicht von Vereinschef Thorsten de Buhr so einiges. Er blickt mit seinen Imkerkollegen und -kolleginnen durchaus mit Sorge auf den Zustand der Lebensräume von Biene und Co. „Wir als Imker bekommen ja umgehend Rückmeldung, wenn das Gleichgewicht aus den Fugen gerät“, wies de Buhr am Freitag auch gegenüber Hedemann auf den immensen Rückgang der Bienenvölker weltweit hin. „Heute zählen wir in Deutschland etwa 800 000 Völker, vor 100 Jahren waren es 2,6 Millionen“, führt de Buhr unter anderem die Strukturveränderung in der Landwirtschaft als einen Grund für die besorgniserregende Entwicklung auf. So liegt nach seinen Angaben die Honigausbeute in der Region bei etwa 19 Kilogramm pro Volk und Jahr. In Süddeutschland mit einer teilweisen kleinteiligeren Landwirtschaft seien es dagegen 30 Kilogramm. „Bei uns gibt es für die Bienen größtenteils nur den Raps als Hauptnahrungsquelle“, warnte de Buhr vor einer weiteren Verknappung des Angebotes. In Ostfriesland sei das Trachtangebot (Futterangebot; die Red.) über den Raps hinaus sehr gering. Und wenn dann das Wetter nicht mitspielt, geht die Ernte komplett in den Keller. „Derzeit kommen einige Faktoren zusammen, sodass die Frühtracht komplett abgeschrieben werden kann. Derzeit macht es wirklich keine Freude“, zieht der Imkerchef, der auch Vorsitzender des Imker-Kreisverbandes Norden ist, ein erstes Fazit der Saison. 

Wir können das einfach nicht
mehr so laufen lassen,
sondern wir müssen alle mehr
für die Arten- und Blühvielfalt tun

Thorsten de Buhr
Vereinsvorsitzender

Unabhängig davon muss in den Augen von de Buhr mehr getan werden, um das voranschreitende Artensterben aufzuhalten. „Die Lage ist wirklich dramatisch, beurteilt auch das Imkerehepaar Erika und Siebo Büscher aus Hage die Lage negativ. „Draußen sieht man viel Monokultur. Da haben Löwenzahn oder die Kornblume wenig Chancen, sich großflächig auszubreiten“, berichten die beiden von einer extrem rückläufigen Entwicklung bei der Honigernte. Demnach lag die Ausbeute 2018 bei 180 Kilogramm Honig. In diesem Jahr – und bei vier Völkern mehr – seien es lediglich 38 Kilogramm. „Der Aufwand lohnt sich kaum noch“, machen sich die Büschers zunehmend Sorgen, ob sie ihr Hobby in den kommenden Jahren überhaupt fortführen können. „Wir können das einfach nicht mehr so laufen lassen, sondern wir müssen alle mehr für die Arten- und Blühvielfalt tun“, warnen die beiden Hager eindringlich davor, dass das Wissen über die Zusammenhänge in der Natur bei vielen Menschen kaum noch vorhanden sei. Nicht ohne Grund haben Siebo und Erika Büscher gemeinsam mit anderen Imkerkollegen Schulen und Kindertagesstätten besucht, um den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Imkerei zu geben. „Vor Corona hatten wir bis zu 60 Kurse im Jahr“, sollen die Veranstaltungen so schnell wie möglich wieder angeboten werden.

Nicht nur im Außenbereich wird das Nahrungsangebot für die Bienen knapper. Mit Sorge beobachtet Vereinsvorsitzender de Buhr die Entwicklung in den Orten selbst. „Wir müssen mehr Augenmerk auf die Gärten legen“, appellierte de Buhr nicht nur an den anwesenden Bürgermeisterkandidaten Hedemann, sondern auch an die übrigen zwei Bewerber Erwin Sell und Sven Behrens, sich im Fall eines Wahlerfolgs für mehr Grün und somit mehr Artenvielfalt in den Kommunen einzusetzen. In diesem Zusammenhang bezeichnete de Buhr den Erhalt oder die Neuschaffung von „Grünen Inseln“ in den Ortschaften als ein hervorragendes Instrument, das Mikroklima innerhalb der Orte zu verbessern und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Er bot Rat und Verwaltung die Unterstützung des Imkersvereins bei umweltrelevanten Themen an. „Die Gärten müssen zu einem riesigen Insektenhotel werden“, ergänzte Imker Siebo Büscher. 

Durch die Imkerei ändert
sich die Sicht auf die Natur.
Man merkt, was Kiesbeete anrichten

Axel Klar
Imker

„Die Gemeinde muss natürlich mit einem guten Beispiel vorangehen“, lobte de Buhr beispielhaft die Gestaltung der Kreisel in der Samtgemeinde Hage. Dagegen kritisierte er den Kita-Neubau „Hager Filappers“ in der Bahnhofstraße. „Für die Natur ist dort wenig übrig geblieben. Das ist aus Sicht der Umwelt eine glatte Fehlplanung “,erinnerte er an die ehemals artenreiche Grünfläche. Natürlich müsse eine Kommune die gesetzlichen Vorgaben bei der Kinderbetreuung einhalten, aber die Kinder sollten schließlich auch in der Kindertagesstätte mit der Natur in Berührung kommen. Imker Siebo Büscher lenkte den Blick auf das in seinen Augen zu intensive Ausmähen der Grabenböschungen an Nebenstraßen und nannte den Meint-Ehlen-Weg als Beispiel. Zudem würden Schlegelmäher eingesetzt, die die Saat der Pflanzen zerstören würden, empfahl Büscher den Einsatz eines Balkenmähers. Auch der Landkreis sorge, fügte Vorsitzender de Buhr an, mit neuen Maschinen dafür, dass die Pflanzen bis zu den Wurzeln abgemäht werden würden. „Das ist Frevel“, so de Buhr. Die Kommunen, egal ob Gemeinde, Samtgemeinde oder Landkreis, müssen in Sachen Umwelt Vorbild sein. Da kann es nicht immer nur um Effizienz gehen“, sagte de Buhr.

Der Hager Imker Axel Klar appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, auf Kiesbeete zu verzichten. „Durch die Imkerei ändert sich die Sicht auf die Natur. Man merkt, was Kiesbeete anrichten“, wünscht sich Klar ein mehr an Engagement, diese für die Natur so schädliche Art der Gartengestaltung zu minimieren. „Wir müssen hier einfach mehr Aufklärungsarbeit leisten.“ 

Erwischt! Abertausende Bienen und nur eine Königin. Und genau die konnte Imkervereinschef Thorsten de Buhr dem staunenden Axel Hedemann präsentieren (Fotos: Richard Fransen).

Bürgermeisterkandidat Axel Hedemann zog nach dem rund dreistündigen Gespräch im Garten von Thorsten de Buhr ein positives Fazit. „Es war richtig und wichtig, das Gespräch mit den Imkerinnen und Imkern zu suchen“, zeigte er sich über die Komplexität des Themas Imkerei erstaunt. Hedemann, der als Kämmerer und Leiter des Fachdienstes Finanzen und Bauen bei der Samtgemeinde Hage tätig ist, wies darauf hin, dass Politik und Verwaltung in der Samtgemeinde und den Mitgliedsgemeinden in der Vergangenheit bereits Weichen für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit gestellt hätten. Er nannte als Beispiel die aufgrund der hohen Zuzugszahlen notwendigen Planungen für einen weiteren Kindergarten, bei dem es deutlich mehr Grün im Außenbereich geben soll. Auch dürfen in bestimmten Straßen in Hage die Grundstücke nicht mehr komplett bebaut werden. Weitere Beispiele seien der Bürgerbus oder der Beitritt zur Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer. 

„Es passiert ja schon viel, aber vielen geht es zu langsam oder nicht weit genug“, merkte Hedemann an, dass auch bei ihm in den letzten Jahren ein Umdenken in Sachen Nachhaltigkeit stattgefunden habe. Im Falle einer Wahl werde ich all diese Themen gemeinsam mit Politik und Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern forcieren. „Wir müssen möglichst viele Menschen beim Umwelt- und Artenschutz mitnehmen“, weiß natürlich auch Hedemann, dass nicht alles möglich ist was wünschenswert wäre. /RF

Imkervereine: Wissensvermittlung und Prüfungen aus einer Hand

Kreisimkerverband Norden diskutiert mit MdL Matthias Arends über den landesweit geplanten „Imkerführerschein“ – Kein „Bürokratiemonster“ schaffen

Der Vorsitzende des Kreisimkerverbandes (zugleich Vorsitzender des Imkervereins Norden), Thorsten de Buhr (l.) und der Vorsitzende des Imkervereins Emden-Krummhörn, Christian Ruhr (M.), haben sich am Wochenende (5. Juni 2021) mit dem Emder SPD-Landtagsabgeordneten Matthias Arends in Hage zu einem Meinungsaustausch zum Thema „Imkerführerschein“ getroffen.

Norden/Emden – Ohne sichtbare Blessuren konnte sich der Emder Landtagsabgeordnete Matthias Arends von einem zweistündigen Meinungsaustausch mit dem Vorsitzenden des Kreisimkerverbandes Norden, Thorsten de Buhr, und dem Vorsitzenden des Imkervereins Emden-Krummhörn, Christian Ruhr, wieder auf den Heimweg nach Emden machen. Mit den beiden Imkern hatte das Ganze natürlich nichts zu tun. Vielmehr hatte der SPD-Landespolitiker die Bekanntschaft mit Buckfast und Carnika gemacht – zwei Bienengruppen, die zuhauf im Garten von Thorsten de Buhr umherflogen und es auf den servierten süßen Kuchen der – coronabedingt – Open-Air-Gesprächsrunde abgesehen hatten. In diesem Fall durchaus von Vorteil – die Gesprächsteilnehmer blieben von Bienenstichen verschont.

Der Landtagsabgeordnete war einer Einladung des Kreisimkerverbandes Norden nach Hage gefolgt. Dem Kreisverband gehören die Imkervereine Dornum, Emden-Krummhörn, Marienhafe und Norden an. Thema war die geplante Einführung eines „Imkerführerscheins“. Wie berichtet, fordern die Fraktionen von SPD und CDU im Niedersächsischen Landtag einen Sachkundenachweis für Imkerinnen und Imker, die sich hobbymäßig der Bienenhaltung widmen. Ein entsprechender Antrag ist in den Landtag bereits vor einigen Wochen eingebracht worden. Ziel sei es, so SPD-Fraktionschefin Johanne Modder damals gegenüber der Presse, eine bundesweite Einführung des Wissensnachweises.

Mit dem Vorgehen sehen sich die beiden Regierungsfraktionen in Hannover einig mit dem Anliegen der Imkerverbände. Ziel der Initiative ist insbesondere der artgerechte Umgang mit den Bienenvölkern. Allerdings bieten auch heute schon und seit Jahren die Imkervereine Schulungen für Neuimker- und -imkerinnen an. Auch Auffrischungs- oder Vertiefungskurse gehören zum Repertoire, wie die beiden Imkervereinsvorsitzenden am Wochenende gegenüber dem Landespolitiker Arends abermals hervorhoben. Thorsten de Buhr und Christian Ruhr betonten dabei, dass die Imkervereine der Initiative der beiden Regierungsfraktionen grundsätzlich positiv gegenüberstünden. Sie warnten jedoch davor, auf dem Gesetzeswege ein „Bürokratiemonster“ zu schaffen. So müssen aus Sicht von de Buhr und Ruhr die komplette Ausbildung in Theorie und Praxis und die Prüfung innerhalb der Vereine stattfinden. „Eine externe Prüfung, wie zeitweise innerhalb der Landesregierung debattiert, lehnen wir ab“, so die beiden Imker einhellig, die sich auch eine stärkere Einbindung der Veterinärämter wünschen. Schließlich sei Honig ein Lebensmittel und somit die sachgerechte Herstellung unabdingbar. 

Was von der Politik gefordert werde, so die Vorsitzenden weiter, würden die meisten Imkervereine im Land bereits seit vielen Jahren durchführen. Neben der theoretischen Wissensvermittlung und dem anschließenden Praxisteil müssen die Kursteilnehmer und Teilnehmerinnen auch eine Prüfung, den sogenannten Honigschein, ablegen. „Es geht schließlich ums Tierwohl und da ist das Wissen um die Zusammenhänge in einem Bienenvolk von eminenter Bedeutung“, weiß de Buhr um die Komplexität des Themas. 

Bei der Imkerei außerhalb der Imkervereine sehen jedoch auch de Buhr und Ruhr Probleme, insbesondere die Gefahr, dass Anfänger und Anfängerinnen ein zu geringes Fachwissen über die komplexen Vorgänge in einem Bienenvolk hätten. „Das kann dann schnell schiefgehen und die Bienenvölker überleben nicht. Es darf nicht sein, dass jemand in die leere Beute (Behausung für Bienen) schaut“, raten die beiden erfahrenen Imker im Interesse des Tierwohls, das Fachwissen und die jahrelangen Erfahrungen der Vereinsmitglieder durch eine Mitgliedschaft zu nutzen. In diesem Zusammenhang stößt bei den beiden Imkern die sogenannte Easy-Bee-Box eines Anbieters auf Kritik. Laut Hersteller soll sie einfach in der Handhabung sein und ohne jede „Vorerfahrung sowie ohne Schutzausrüstung und mit geringem Zeitaufwand“ zu betreiben sein. „Das ist nicht praktikabel und wird den Tieren in keinster Weise gerecht“, spricht der erfahrene Imker de Buhr sogar von Tierquälerei. „Das müsste verboten werden.“ 

Das Interesse an den Imkerkursen ist groß, wie de Buhr und Ruhr gegenüber Matthias Arends erklärten. Im letzten und in diesem Jahr allerdings machte beziehungsweise macht die Corona-Pandemie den Imkervereinen einen dicken Strich durch die Rechnung. „Die Warteliste ist entsprechend lang“, hoffen de Buhr und Ruhr, bald wieder Kurse anbieten zu dürfen. 

Sorgenvoll blicken die beiden Imker dagegen auf den Zustand der Natur. „Wir als Imker bekommen ja umgehend Rückmeldung, wenn irgendetwas mit unserer Umwelt nicht stimmt“, wies de Buhr am Wochenende auf den immensen Rückgang der Bienenvölker auch in Deutschland hin. „Heute zählen wir etwa 800000 Völker, vor 100 Jahren waren es 2,6 Millionen“, nennen die Imker unter anderem die enorme Strukturveränderung in der Landwirtschaft als einen Grund für die besorgniserregende Entwicklung. So liegt nach de Buhrs Angaben die Honigausbeute in der Region bei etwa 19 Kilogramm pro Volk und Jahr. In Süddeutschland mit seiner teilweisen kleinteiligeren Landwirtschaft seien es dagegen 30 Kilogramm. „Bei uns gibt es für die Bienen größtenteils nur den Raps als Hauptnahrungsquelle“, warnte de Buhr vor einer weiteren Verknappung des Angebotes. „Unabhängig davon muss mehr getan werden, um das voranschreitende Artensterben aufzuhalten“, spricht de Buhr von einer dramatischen Entwicklung: „Sowohl in der Landwirtschaft als auch in den Privatgärten muss das Umfeld stimmen. Allein ein Bienenvolk in den Garten stellen ist kein Naturschutz“, fordern de Buhr und Ruhr ein mehr an Engagement. 

Bei Matthias Arends stießen die Ausführungen der Imker auf großes Interesse. Er stimmte mit ihnen überein, dass eine kompetente Wissensvermittlung für die artgerechte Imkerei unabdingbar sei. Der gemeinsame Antrag seiner eigenen und der CDU-Fraktion befände sich derzeit im Verfahren. Im Verlauf der weiteren Beratung würden auch die Imker-Landesverbände Gelegenheit zur Stellungnahme haben. Der Landtagsabgeordnete gehört dem zuständigen Fachausschuss nicht an. Er will sich, so Ahrends am Wochenende, mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen in Verbindung setzen und die Thematik vertiefen. Nach seiner Einschätzung wird es eine endgültige Entscheidung über das neue Gesetz wohl nicht vor der parlamentarischen Sommerpause geben. /RF

Neue Institutsleitung

Dr. Kirsten Traynor folgt auf Dr. Werner von der Ohe

Nach mehr als 20 Jahren unter der Leitung von Professor Dr. Werner von der Ohe ist im Celler Institut für Bienenkunde eine neue Ära angebrochen: Seit dem 1. April 2021 leitet Frau Dr. Kirsten Traynor das dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) zugehörende Institut. Mehr

Das Wissen um die Bienen

Politik will „Führerschein“ für Imker und Imkerinnen

Die Fraktionen von SPD und CDU im Niedersächsischen Landtag fordern einen Sachkundenachweis für Imkerinnen und Imker, die sich hobbymäßig der Bienenhaltung widmen. Ein entsprechender Antrag ist nunmehr dem Landtag zugegangen. Ziel sei es, so SPD-Fraktionschefin Johanne Modder, eine bundesweite Einführung des Wissensnachweises. Mit dem Vorgehen sehen sich die beiden Regierungsfraktionen einig mit dem Anliegen der Imkerverbände. Ziel der Initiative ist insbesondere der artgerechte Umgang mit den Bienenvölkern. Allerdings bieten auch heute schon und seit Jahren die Imkervereine Schulungen für Neuimker.innen an. Auch Auffrischungs- oder Vertiefungskurse gehören zum Repertoire. 

Auch unser Norder Imkerverein bietet in Zusammenarbeit mit dem Marienhafer Imkerverein und in Kooperation mit der KVHS Norden Neuimkerkurse an, in deren Verlauf der sogenannte Honigschein des Deutschen Imkerbundes mit einer Prüfung erworben werden muss. Dieser Kurs soll den Umgang mit der Honigbiene während eines Bienenjahres vermitteln. Die ersten 14 Termine bilden die theoretische Grundlage und finden in der Volkshochschule statt. Danach beginnt für die Nachwuchsimkerinnen und Imker die langersehnte Praxis.

Die Kursteilnehmer haben am Ende des Kurses das komplette Bienenjahr durchlebt. Dass das eine spannende Angelegenheit wird, dafür sorgen die beiden Kursleiter und Vorsitzenden der Imkervereine Norden und Marienhafe, Thorsten de Buhr und Helmut Freese. Die beiden sind Imker durch und durch und richten sich beim Praxisunterricht nach der Witterung und dem Lebenszyklus der Bienen. Dass dabei Spontaneität gefragt ist, versteht sich von selbst. Die Kontrolle der Bienenvölker im Rapsfeld oder das Einfangen eines Schwarms kann für die Kursteilnehmer durchaus auch am Wochenende über die Bühne gehen. Die Erfahrungen von Thorsten de Buhr und Helmut Freese aus den letzten Jahren zeigen, dass die Imkerinnen und Imker in spe zu jeder Zeit mit Begeisterung dabei sind. Schließlich wollen alle das Imkerhandwerk von der Pieke auf lernen. Und dazu gehört nun mal das Wissen um alle notwendigen Arbeitsgänge, um die eigenen Bienenvölker sicher durchs Jahr und vor allem durch den nächsten Winter zu bringen. 

Neuimkerschulung
Theorie ist gut, Praxis noch besser. Zum festen Bestandteil des Neuimkerkurses der Imkervereine Norden und Marienhafe gehört die Kontrolle der Bienenvölker. Die Kursleiter Thorsten de Buhr (im Bild ohne Schutzhaube) und Helmut Freese vermitteln im Laufe eines kompletten Bienenjahres dem Imkernachwuchs das praktische Handwerk, damit es später bei den eigenen Bienenvölkern keine bösen Überraschungen gibt.

Mit dem Besuch des Neuimkerkurses und dem Erlangen des Honigscheins haben die Jungimker.innen den Grundstock für einen erfolgreichen Start in die Praxis gelegt. Anschließend kommt ihnen zu Gute, dass es in den Imkervereinen viele erfahrene Imkerinnen und Imker gibt, die ihr Wissen an die Neueinsteiger gern weitergeben. Darüber hinaus bietet unser Norder Verein auch Auffrischungskurse für die älteren Praxissemester an. Und für aufkommende Fragen zwischendurch steht Vereinschef Thorsten de Buhr natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. „Dem Bienenvolk muss es gut gehen“, steht für den Hager das Tierwohl an oberster Stelle. Die Grundlage dafür ist, dass Neueinsteiger vorab mit dem nötigen Wissen um gute Imkerei versorgt werden. Und das geschieht eben überwiegend in den Vereinen wie in Norden und Marienhafe, aber auch in vielen anderen Imkervereinen in Ostfriesland und darüber hinaus. 

Grundsätzlich sieht Vereinsvorsitzender de Buhr die Initiative der Fraktionen von SPD und CDU positiv. „Was dort gefordert wird, machen wir und viele andere Vereine allerdings schon seit Jahren“, wirbt er für die Mitgliedschaft in einem Imkerverein. Neben dem Erlernen des theoretischen Wissens sieht der Vereinsvorsitzende vor allem den Wissensaustausch unter den Mitgliedern als einen großen Vorteil. Bei der Imkerei außerhalb der Imkervereine sieht auch er allerdings eine gewisse Gefahr, dass insbesondere Anfänger.innen ein zu geringes Fachwissen über die komplexen Vorgänge in einem Bienenvolk haben. „Das kann dann schnell schiefgehen und die Bienenvölker überleben nicht“, rät er im Interesse des Tierwohls, das Fachwissen und die jahrelangen Erfahrungen der Mitglieder in einem Imkerverein durch eine Mitgliedschaft zu nutzen. /RF

Volksbegehren endet auch im Altkreis Norden erfolgreich

Ziel frühzeitig erreicht: Landtag beschließt Gesetzesänderungen für mehr Natur- und Artenschutz

Grünland und artenreiche Wiesen sowie Gewässerrandstreifen werden besser geschützt, der Pestizideinsatz in wichtigen Naturbereichen wird verboten, der Wiesenvogelschutz wird ausgeweitet, heimische Baumarten gefördert und der Anteil des Ökolandbaus gesteigert: Diese und weitere Eckpunkte für besseren Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen hat das niedersächsische Parlament diese Woche beschlossen und gesetzlich verankert.

Das „Aktionsbündnis Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden begrüßt die Landtagsbeschlüsse. Alma Seeba, Vorsitzende des Nabu im Altkreis Norden, sagt: „Ohne das Volksbegehren hätte es den Niedersächsischen Weg und die heutigen Beschlüsse im Landtag niemals gegeben. Das ist ein guter Tag für den Naturschutz und ein Erfolg für das Volksbegehren!“. Und Thorsten de Buhr, Vorsitzender des Norder Imkervereins, unterstreicht: „Nur der Druck durch unser breites Volksbegehren-Bündnis in Niedersachsen hat alle an einen Tisch mit den Umweltverbänden gebracht: die Landesregierung, die Koalitionsfraktionen im Landtag und das Landvolk. Das wäre ohne das Volksbegehren sonst nicht passiert. Jetzt hat der Landtag weitgehend das beschlossen, was wir mit dem Volksbegehren erreichen wollten. Auch wenn wir nicht zu 100 Prozent unsere Ziele erreicht haben – in Ostfriesland bleibt zum Beispiel der Gewässerschutz unzureichend – so sind die jetzt beschlossenen Änderungen im Naturschutz-, Wald- und Wassergesetz eine deutliche Verbesserung für die Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen.“ Lara Wunder vom Verein VAIR Ostfriesland aus Berumbur möchte den Schwung fürs Weitermachen nutzen. Immerhin hätten bis zum 1. November im Altkreis Norden ca. 1500 Menschen – etwa 5 malso viele als notwendig gewesen wären – das Volksbegehren unterschrieben – „wofür wir uns alsAktionsbündnis bedanken, auch bei allen, die uns unterstützt haben, indem sie bei Freunden,Verwandten und Nachbarn ebenfalls gesammelt haben. Landesweit haben wir 138.118 gültige Unterschriften erreicht – damit konnten wir die Zahl seit Anfang September fast verdoppeln. Diese Unterschriften zeigen, wie wichtig den Menschen das Thema Artenschutz ist – und dass man mit politischem Druck viel erreichen kann, den wir weiter nutzen werden“.

„Klar ist“, so Walter Zuber, Sprecher der Grünen aus Norden, „das Insekten- und Artensterben ist nach wie vor dramatisch und nicht mit dem heutigen Tag beendet. Wir werden uns weiter für besseren Natur- und Artenschutz einsetzen, was insbesondere für die in Ostfriesland zahlreichen Gewässer 2. und 3. Ordnung und den Wiesenvogelschutz gilt.“ Auch bei der Umsetzung des Gesetzes gelte es, genau hinzuschauen. Als erstes sei der Landkreis gefordert, die Untere Naturschutzbehörde mit genügend Personal aufzustocken, um den zügigen Vollzug des Gesetzes sicher zu stellen. Aber auch die Landwirte seien gefordert, ihre Versprechen zu verwirklichen. Die unendliche Hängepartie wie bei der Realisierung der EU-Gülleverordnung, dürfe sich nicht wiederholen. Die damit verspielte Reputation könnten die Landwirte nun durch eine zügige und wirksame Umsetzung des neuen Gesetzes vielleicht wiedererlangen. 

„Das Sterben der Insekten findet leise statt“

Niedrige Temperaturen sorgen für weniger Honig – Vorsitzender für größere Kraftanstrengung beim Artenschutz

Thorsten de Buhr ist seit 2016 Vorsitzender des Imkervereins Norden. Der 44-Jährige sorgt sich zunehmend um den Zustand der Natur. Vor allem der Rückgang der Insektenpopulationen muss nach seiner festen Überzeugung gestoppt werden. „Da läuft seit Langem gewaltig was schief. Wir alle müssen alles dafür tun, dass das Insektensterben aufhört“, appelliert der Hager eindringlich.

Das Wetter hat den Norder Imkern in diesem Jahr einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Die Honigernte ist unter unseren Erwartungen zurückgeblieben“, zeigt sich der Vorsitzende des Norder Imkervereins, Thorsten de Buhr, enttäuscht von der „Ausbeute“ des zurückliegenden Honigjahres. Die Temperaturen in der Region sind nach seinen Beobachtungen einfach zu niedrig gewesen. Das gilt vor allem für den Zeitraum der Rapsblüte. Denn – nach den Beobachtungen von de Buhr blüht der Raps seit 2018 immer früher, in diesem Jahr war es Anfang April. Den Grund für dieses Phänomen kennt de Buhr nicht, wohl aber weiß er, dass dieser Effekt ein großes Problem für die Bienen darstellt: „Zu diesem frühen Zeitraum haben die Völker noch nicht die notwendige Stärke, da sie sich noch im Aufbau befinden. Die Bienenkönigin richtet ihr Brutvolumen danach aus, was an Nektar reinkommt. Ende März oder Anfang April ist das nicht viel, zumal der März durchaus noch Nachtfröste bringen kann.  Und wenn dann der Raps zu früh blüht, ist der Honigertrag entsprechend gering“, hofft der Vereinsvorsitzende, dass das Kreuzblütengewächs im nächsten Jahr wieder zur gewohnten Zeit in Blüte steht. „Früher sind wir Ende April in den Raps gegangen“, erinnert de Buhr daran, wie wichtig die Bestäubungsleistung der Bienen für den Rapsertrag ist. „Bei fünf Völkern auf einen Hektar Raps kann ein Mehrertrag von 30 Prozent erreicht werden.“

Doch nicht nur Rapshonig macht dem Imkervereinsvorsitzenden Sorge – auch die Frühtracht hätte besser ausfallen können. Zwar spielt auch hier die Witterung etwas mit rein, das Hauptproblem liegt in den Augen von de Buhr aber auf der „Angebotsseite“. „Viele Lebensräume verschwinden und das nicht nur im Außenbereich, sondern zunehmend auch in den Siedlungsgebieten der Städte oder der Dörfer. „Dass etwas wild bleibt, ist immer weniger zu sehen. Überall wird gemäht, gestutzt oder verschwindet gleich ganz“, blickt der Imker voller Sorge nicht nur auf die vielen Kies- und Steinbeete. „Wo sollen die Bienen und hier vor allem die Wildbienen und andere Insekten denn noch Nahrung finden“, weist de Buhr auf die Auswirkungen dieser Entwicklung am Ende auch auf die Vogelwelt hin.  „Es ist immer weniger da“, appelliert de Buhr an alle Gartenbesitzer, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Flächen möglichst insektenfreundlich zu gestalten. Entsprechende Tipps gebe es im zuhauf im Internet oder bei den Imkervereinen. Auch der Imkerverein Norden will seinen Worten zufolge rechtzeitig auf seinen Internetseiten Tipps für einen bienenfreundlichen Garten bereitstellen.

Für de Buhr ist der Artenschutz eine Gemeinschaftsaufgabe. „Landwirtschaft, Gartenbesitzer, Firmen oder Kommunen, ja, die ganze Gesellschaft ist gefragt, sich für einen nachhaltigen Artenschutz einzusetzen“, fordert der 44-jährige Hager ein generelles Umdenken, und zwar möglichst schnell. Nicht ohne Grund ist Thorsten de Buhr aktiv beim Norder Aktionsbündnis „Volksbegehren Artenschutz“.  „Die Situation ist wirklich dramatisch“, weist er unter anderem auf eine Langzeitstudie des Deutschen Zentrums  für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hin, wonach die Zahl landlebender Insekten zurückgeht. Sie sank demnach im Schnitt um 0,92 Prozent pro Jahr, was einem Rückgang von 24 Prozent über 30 Jahre entspreche. „Der Rückgang der Insekten findet sehr leise statt. Wir bemerken es nur über einen längeren Zeitraum oder wenn wir genau hinschauen.“

Im Norder Imkerverein sind derzeit 56 Imkerinnen und Imker aktiv. Hinzu kommen elf Fördermitglieder. Nachwuchssorgen hat der Verein nach de Buhrs Worten keine – im Gegenteil. Die in Kooperation mit dem Imkerverein Brookmerland an der KVHS Norden angebotenen Neuimker-Kurse sind gut belegt und konnten – nach der Corona-Pause – vor Kurzem wieder aufgenommen werden. Auch konnten sich die Mitglieder jüngst wieder zu einer Versammlung im Haus der Vereine in Norden zum Erfahrungsaustausch treffen. Anlaufen soll auch wieder die Kooperation mit der Grundschule Hage. Erfahrene Imker und Imkerinnen zeigen den Pennälern bei dem Projekt auf, wie der Honig nach vielen Stationen am Ende auf den Frühstückstisch gelangt.

Wegen der Pandemie musste in diesem Jahr das Sommerfest zum 100-jährigen Bestehen des Vereins ausfallen. „Wenn es möglich ist, holen wir das im nächsten Jahr nach und feiern unser 101-jähriges Bestehen“, verspricht de Buhr. /RF

„Auch in den Gärten muss mehr passieren.“ Jeder Gartenbesitzer oder jede Gartenbesitzerin kann durch eine gute Auswahl an Pflanzen oder die Gestaltung der grünen Flächen etwas für die Artenvielfalt tun, ist Imker Thorsten de Buhr – hier in seinem Garten – überzeugt.

Volksbegehren nimmt erste Hürde

Initiatoren zeigen sich zufrieden mit dem Verlauf der Aktion

In den vergangenen knapp acht Wochen seit Beginn des Unterschriftensammelns haben im Altkreis Norden bereits mehr als drei mal so viele Menschen das Volksbegehren unterschrieben, als es in der ersten Runde bis November erforderlich ist: Rund 1000 Unterschriften wurden bis zum 1.8.20 gesammelt. „Das ist großartig und wir danken allen, die dazu beigetragen haben!“ sagt Imker Thorsten de Buhr aus Hage.

Das inzwischen über 190 Organisationen umfassende Bündnis Volksbegehren Artenvielfalt.jetzt will die Vielfalt der Natur und ihrer Arten in Niedersachsen erhalten und schützen. Deshalb beantragt es mit einem eigenen Gesetzentwurf Verbesserungen bestehender Landesgesetze. Nutzungseinschränkungen für die Landwirtschaft sollen finanziell in einem Umfang von etwa 40 Mio Euro je Jahr ausgeglichen werden. Konkret geht es um die Rettung der wild lebenden Bienen, von denen 62% im Bestand gefährdet sind und dem Schutz der Hälfte von 11000 niedersächsischen Tier- und Pflanzenarten, die bedroht werden. Seit 1992 sind bundesweit bereits 14 Millionen Brutvögel verschwunden.

Um das Artensterben zu stoppen, werden die Bürgerinnen und Bürger mit dem Volksbegehren aufgerufen, selbst das dafür notwendige Gesetz auf den Weg zu bringen. Die bisherigen Landesregierungen und das Parlament haben sich nicht gegen die wirtschaftlichen Interessen aus Landwirtschaft und Industrie durchsetzen können, um die Artenvielfalt zu retten. Lediglich 10 Prozent aller in Niedersachsen Wahlberechtigten müssen den Gesetzentwurf des Bürgerbegehrens unterzeichnen. Dann muss der Gesetzgeber darüber abstimmen. Lehnt er es ab, kommt es zum Volksentscheid an den Wahlurnen, die ähnlich wie eine Landtagswahl organisiert ist.

Bis zum 13. November diesen Jahres muss das Bürgerbegehren 25.000 gültige Unterschriften nachweisen, sonst ist die Zulässigkeit des Volksbegehrens nicht gegeben. Im Land Niedersachsen hat die Landeswahlleiterin zum 1. August bereits 45.412 gültige Unterschriften gemeldet, so dass im November mit der zweiten Phase des Volksbegehrens begonnen werden kann.

„Diesen Zeitraum lassen wir nicht ungenutzt verstreichen, schließlich sind wir durch Corona beim Sammeln eingeschränkt“, so Alma Seeba vom Nabu. Neben Hunderten ehrenamtlich Aktiven in ganz Niedersachsen setzt sich auch die inzwischen auf rund 40 Männer und Frauen gewachsene Aktionsgruppe im Altkreis Norden jeden Tag sehr engagiert für das Volksbegehren ein. Helmut Freese, Vorsitzender des Imkervereins in Marienhafe: „Wir sammeln nahtlos weiter Unterschriften für ein erfolgreiches Volksbegehren und für besseren Artenschutz in Niedersachsen, denn nur mit dem Volksbegehren können wir echte Verbesserungen für den Artenschutz in Niedersachsen erreichen.“

Wem die Natur und ein besserer Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen am Herzen liege und wer noch nicht unterschrieben habe, könne sich jetzt mit der Unterschrift unter das Volksbegehren ganz konkret für mehr Artenschutz einsetzen: „Für mehr Lebensraum und Nahrung für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, für das Überleben der Wiesenvögel wie Kiebitz und Feldlerche und dafür, dass Naturschutzgebiete pestizidfrei und Uferzonen an Gewässern besser geschützt werden“, sagt Lara Wunder von VAIR-Ostfriesland, einem Zusammenschluss junger Menschen aus dem Altkreis Norden, die sich im Rahmen der UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Jetzt gehe es mit Volldampf in die zweite Runde: Wer mitmachen möchte, schreibt eine Email an altkreisnorden(at)artenvielfalt-niedersachsen.jetzt.

Die überparteiliche Aktionsgruppe ruft auch alle örtlichen Parteien zum Mitmachen auf. Bislang wird im Altkreis Norden das Volksbegehren nur von Bündnis 90 / Die Grünen unterstützt. Für den jetzt angelaufenen zweiten Abschnitt des Volksbegehrens sind in Niedersachsen bis Mitte April nächstes Jahr mindestens 610.000 Unterschriften zu sammeln, was 10 Prozent aller Wahlberechtigten bedeutet, damit der Landtag über den Gesetzentwurf des Volksbegehrens abstimmen muss. Der Unterschriftenanteil des Altkreises Norden daran umfasst 7.320 Unterschriften. Angerechnet werden die rund 1000 bereits vorliegenden Unterschriften, so dass nur noch 6320 gesammelt werden müssen, wofür die Gruppe einen akribischen Plan schmiedet, in dem unter anderem Infostände in Dornum, Großheide, Hage, Krummhörn, Marienhafe und Norden vorgesehen sind, wann immer das Wetter es zulässt. Auch sollen bis zum Sommer des nächsten Jahres mehrere größere Veranstaltungen durchgeführt werden, sofern diese nicht durch einen zweiten Lockdown wegen der Pandemie verhindert werden.

Unterschriften gegen das Artensterben

Aktionsbündnis hat Listen mit 350 Unterschriften an die Stadt Norden übergeben

„Die Menschen im Altkreis Norden treten für die Artenvielfalt ein, das zeigen uns die täglichen Rückmeldungen und zahlreichen Anfragen nach Unterschriftenbögen“, sagt der Imker Thorsten de Buhr vom „Aktionsbündnis Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden. Der Vorsitzende des Imkervereins Norden und die weiteren Mitglieder des Aktionsbündnisses Walter Zuber, Theda Meyer und Elisabeth Rightor überreichten am Montag (20. Juni 2020)  dem Ersten Stadtrat von Norden, Marcus Aukskel, 370 Unterschriften. Weitere Unterschriftenlisten sind nach Angaben des Aktionsbündnisses in den letzten Tagen von Bürgerinnen und Bürgern in den Gemeinden des Altkreises Norden abgegeben worden.

„Die notwendigen Regelungen für mehr Artenvielfalt erhalten wir nicht durch Absichtserklärungen sondern durch Gesetze. Die meisten Bürgerinnen und Bürger Niedersachsens sind in dieser Frage viel weiter als die Landesregierung, die von Lobbyisten der Agrarindustrie unter Druck steht und mit Sirenenklängen für den sogenannten Niedersächsischen Weg wirbt, ein Holzweg mit dem das Volksbegehren ausgehebelt werden soll“, gibt sich Walter Zuber von den Norder Grünen überzeugt. Eine Entschädigungsregelung für die Landwirtschaft enthalte auch das Volksbegehren.

Das Aktionsbündnis im Altkreis Norden wächst und besteht zur Zeit aus örtlichen Vertreter.innen des Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Imker.innen aus Norden, Hage, Marienhafe und Dornum, den Grünen in Hage und Norden sowie aus Einzelpersonen.

Aktuell ist VAIR-Ostfriesland dazu gekommen, eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Altkreis, die sich für Nachhaltigkeit engagieren und sich dabei an den UNO-Zielen für nachhaltige Entwicklung orientieren. Ziel aller Bündnismitglieder ist es, das Artensterben zu stoppen. Auch in Niedersachsen seien die Hälfte von 11.000 Tier- und Pflanzenarten bedroht, 62 Prozent der Wildbienenarten gefährdet und Millionen Brutvögel verschwunden, heißt es. Ein weiter so dürfe es nicht geben.

„Ich habe in den letzten Wochen oft mit Menschen über das Volksbegehren gesprochen, die die Möglichkeit nicht kannten, Gesetze über ein Volksbegehren zu erlassen. Ich freue mich, dass nun immer mehr von ihrem Recht Gebrauch machen, zum Wohle der Tiere und Pflanzen abzustimmen“, sagte Theda Meyer vom Norder Aktionsbündnis des Volksbegehrens am Montag. Sie lädt alle Interessierten zur Teilnahme am Aktionsbündnis des Altkreises ein.


Das Volksbegehren benötigt landesweit 610.000 Unterschriften, damit der Landtag über das Gesetz für mehr Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen entscheiden muss. Lehnt der Landtag die Forderungen ab, kommt es zu einem Volksentscheid.
Das Volksbegehren können alle unterschreiben, die in Niedersachsen ihren Wohnsitz haben und wahlberechtigt sind. Das Unterschreiben ist nur auf den Original-Unterschriftenbögen gültig. Online kann man nicht unterschreiben, auch Kopien sind nicht gültig. Pro Bogen sind nur Unterschriften aus der gleichen Gemeinde gültig.Unterschriftenbögen gibt es zu den Geschäftszeiten in der Töpferei Labusch in Norden, Große Neustraße 6. Dort können die ausgefüllten Unterschriftenbögen auch wieder abgegeben werden.

https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/

Volksbegehren gestartet

Pro Bogen sind nur Unterschriften aus der gleichen Gemeinde zulässig

Das Artensterben macht keine Pause, die Aktionsgruppen in ganz Niedersachsen haben die aktive Phase des Volksbegehrens „Artenvielfalt.Jetzt!“ mit dem Sammeln von Unterschriften gestartet. Im Norderland sind am Donnerstagabend (18. Juni) von den Mitgliedern des Aktionsbündnisses die letzten Vorbereitungen getroffen worden.

Neben vielen anderen Gruppen und Parteien haben sich auch die Imkervereine Norden und Marienhafe der Initiative angeschlossen. „Die Hälfte von 11.000 Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen sind bedroht. Das Bienen- und Insektensterben ist dramatisch, es fehlt ihnen in unserer ausgeräumten Landschaft an ausreichend Lebensraum. Um die Artenvielfalt in Niedersachsen zu sichern, brauchen wir bessere gesetzliche Regelungen. Die legen wir mit dem Volksbegehren vor“, begründen der Vorsitzende des Norder Imkervereins, Thorsten de Buhr aus Hage, und Helmut Freese als Vorsitzender der Marienhafer Imker.innen ihr Engagement.

 „Ab sofort kann unterschreiben, wer Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen besser schützen will“, informiert Imkerin Franziska Prelle von der Aktionsgruppe „Volksbegehren.jetzt!“ im Altkreis Norden. Mit dabei ist unter anderem auch der Naturschutzbund (Nabu). Dessen Vorsitzende im Altkreis Norden, Alma Seeba, warnt vor den drastischen Auswirkungen beispielsweise der Klimaveränderungen und der intensiven Landwirtschaft. „Wir müssen jetzt handeln, um das Artensterben in Niedersachsen zu stoppen.“

Insgesamt braucht es rund 610.000 gültige Unterschriften für ein erfolgreiches Volksbegehren in Niedersachsen. Unterschriftenlisten gibt es bei der Töpferei Labusch in Norden, Große Neustraße 6 oder sie können direkt per Mail unter material@artenvielfalt-niedersachsen.jetzt oder telefonisch unter der Nummer 0511/91105-25 bestellt werden, sie werden dann kostenlos zugeschickt. Wichtig: Das Unterschreiben ist nur auf den Original-Unterschriftenbögen gültig. Online kann man nicht unterschreiben, auch Kopien sind nicht zugelassen. Pro Bogen sind nur Unterschriften aus der gleichen Gemeinde gültig.

Ausgefüllte Listen – es passen bis zu acht Unterschriften auf einen Bogen – sind bei den jeweils zuständigen Einwohnermeldeämtern der Gemeinden abzugeben oder können direkt zum Aktionsbündnis geschickt oder dort abgegeben werden (Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt!, c/o Töpferei Labusch, Große Neustraße 6, 26506 Norden).

Zum Hintergrund. Als Initiatoren und Initiatorinnen haben das Volksbegehren Artenvielfalt unterschrieben: Klaus Ahrens, Vizepräsident des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes, Dr. Nick Büscher und Dr. Holger Buschmann vom Nabu sowie Hans-Joachim Janßen und Anne Kura von den niedersächsischen Günen. Weitere über 130 Bündnispartner, darunter der BUND, der WWF, Die Linke, die ÖDP sowie Imkerverbände, Vereine und Unternehmen unterstützen das Volksbegehren. Aufgrund der Corona bedingten Einschränkungen war der Start des Volksbegehrens im März zunächst verschoben worden. Unter Beachtung der Corona bedingten Abstands- und Hygieneregeln sammelt das Bündnis jetzt seit Anfang Juni Unterschriften. Alle Informationen rund um das Volksbegehren gibt es auch online unter www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt.

Mitglieder der Aktionsgruppe haben jetzt die letzten Vorbereitungen für die Unterschriften-Sammelaktion getroffen. Die Mitgliedsgruppen wollen in den nächsten Monaten eng zusammenarbeiten, auch wenn während des Fototermins am Haus der Vereine in Norden wegen der Coronabeschränkungen Abstand gehalten wurde.

Volksbegehren: Neue Aktionsgruppe im Altkreis

Artenvielfalt in Ostfriesland sichern! Unter diesem Motto hat sich eine Aktionsgruppe zum Niedersächsischen Volksbegehren „Artenvielfalt.jetzt“ im Altkreis Norden gebildet. Zum Initiatorenkreis gehören Alma Seeba (NABU-Altkreis Norden), Helmut Freese (Imkerverein Marienhafe), Imkerin Franziska Prelle, Thorsten de Buhr (Imkerverein Norden), Clemens Brilla (Klimagruppe Norden) sowie Heiko Schwerin-Müllner (Grüne Hage) und Walter Zuber (Grüne Norden). Das Bündnis ist für alle offen, die für den Erfolg des Volksbegehrens eintreten möchten.

Kontakt: altkreisnorden(at)artenvielfalt-niedersachsen.jetzt

Die Wiesen verschwinden

Blühende Wiesen und Weiden gehören in Deutschland zu den artenreichsten Lebensräumen. Doch es werden immer weniger – auch weil weiter Grünflächen in Ackerland umgewandelt werden. Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde. Mehr (Externer Link zu Tagesschau.de)

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Weltbienentag

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Weltbienentag auserkoren – damit unterstreicht die Weltgemeinschaft die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und den dringenden Schutz der Bienen.

Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit. Nach Angaben des Deutschen Imkerbunds sind 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Und wiederum mindestens 30 Prozent der menschlichen Nahrung stamme von bienenbestäubten Pflanzen, teilt das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit. Mehr

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Frühjahrsputz am Südring

Der Südring sieht dank der motivierten Arbeit von Mitgliedern des Imkervereins wieder blitzblank aus. Das Ergebnis der Reinigungsaktion waren 15 gut gefüllte Müllsäcke, die anschließend von Mitarbeitern der Stadt fachgerecht entsorgt wurden. Unser Bild entstand während der Aktion am Südeingang zum Gewerbegebiet Leegemoor.

Imker und Imkerinnen säubern Gräben beidseits des Südringes

Unter dem Motto „Nicht reden, sondern machen“ haben am vergangenen Sonnabend (7. März 2020) Mitglieder des Imkervereins Norden die Gräben beidseits der Straße Südring im Gewerbegebiet Norden vom Müll befreit. Startpunkt war an der Score-Tankstelle an der Ostzufahrt des Gewerbegebietes. Am Ende waren es schließlich 15 Säcke, die nach zweieinhalb Stunden mühevoller Arbeit am Sammelpunkt auf den Abtransport durch städtische Mitarbeiter warteten. Die Reinigungsaktion fand im Rahmen der Aktion „Frühjahrsputz“ der Stadt Norden teil. Jedes Jahr nehmen viele Vereine, Schulen, Kindergärten oder sonstige Gruppen an der Umweltinitiative teil. Die jeweiligen Reinigungsstrecken werden von der Stadtverwaltung koordiniert. Zwar fanden sich in diesem Jahr in den Gräben am Südring keine in der Natur entsorgten alten Fernseher oder Kühlschränke, dafür lagen umso mehr Flachmänner, Zigarettenschachteln, Pappkartons und jede Menge Plastik aller Art in den Grabenböschungen und den angrenzenden Bereichen. Imkervereinsvorsitzender Thorsten de Buhr sprach im Anschluss der Aktion den Vereinsmitgliedern seinen Dank für das Umwelt-Engagement aus. Der Verein nimmt seit Jahren am Frühjahrsputz teil.

Landkreis ernennt Bienenwanderwarte

Der Landkreis Aurich hat die Arbeit der Bienenwanderwarte der hiesigen Vereine nunmehr auf eine offizielle Ebene gestellt und dieser Tage sechs Bienenwanderwarte ernannt. „Diese leisten in ihren Vereinen einen erheblichen Anteil zur Erhaltung der Bienenpopulation“, schreibt der Landkreis Aurich in einem Online-Beitrag. Für den Bereich des Imkervereins Norden ist seit Langem Eberhard Janssen als Wanderwart zuständig. Mehr

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100 Jahre Imkerverein: Mitglieder blicken während Feier zurück

Vorsitzender Thorsten de Buhr blickte während der Feier zum
100-jährigen Bestehen des Vereins auf einzelne Stationen der Vereinsgeschichte zurück.

Mitglieder feierten am 15. Februar in Hage den 100. Geburtstag ihres Vereins
Ehrungen: Johannes Bracht und Heinrich Immoor sind über 60 Jahre dabei

Die Mitglieder des Imkervereins Norden haben am Sonnabend, 15. Februar 2020, in den Räumlichkeiten der Tanzschule Galts in Hage den 100. Geburtstag ihres Vereins gefeiert. Die zahlreich erschienenen Imker.innen nutzen den Abend ausgiebig, um in Erinnerungen zu schwelgen. Aber auch die Fachsimpelei kam nicht zu kurz. Daneben trug sicherlich auch das abwechslungsreiche Buffet zum Gelingen des Abends bei.

Vereinsvorsitzender Thorsten de Buhr fasste die Entwicklung des Vereins in mehreren Episoden kurzweilig zusammen: „Wie Herr Niebelsiek als Gemeindevorsteher von Lütetsburg letztendlich 48 Vereinsgründer dazu bewegen konnte, den Verein zu gründen, bleibt uns sicher für immer verborgen“, wies er auf die teils „dünnen“ Aufzeichnungen aus den ersten Jahrzehnten der Vereinsgeschichte hin. Zumal es keine Zeitzeugen mehr gibt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Umstände der Vereinsgründung sehr viel Interessantes hätten beitragen können.

Zum Nachfolger von Nebelsiek wurde nach einigen Jahren Herr Nordmann, Lehrer aus Westermoordorf, gewählt. Er führte das Amt über die Kriegsjahre bis 1945.

Bereits 1931 wusste man um die Heilkraft des Honigs. Dieser wurde in kristalliner Form verkauft und hielt somit ein Qualitätszeichen, das der Honig nicht erhitzt wurde, zitierte Thorsten de Buhr aus den alten Unterlagen. Im gleichen Jahr gab es in Wittmund das Treffen der Ostfriesischen Imker. Als Referent hielt Prof. Dr. Koch aus Celle damals einen Vortrag über die Zucht.

Am 24./25. September 1932 fand das Ostfriesische Imkertreffen in Norden statt. Hier ging es um den Anschluss an den deutschen Imkerbund. Der Grund war die Verwendung von einheitlichen Gläsern. Prof. Dr. Koch berichtete in seinem Vortrag über den Wert des Honigs. Zudem gab es eine Börse, auf der sowohl Bienen in Strohkörben als auch Mobilbeuten zu besichtigen waren.

1933 wurde der Norder Imkerverein umgetauft auf den Namen Deutscher Imkerbund e.V., Ortsgruppe Norden. Hintergrund war die Machtergreifung der NSDAP. Der Verein verlor seine Autonomie. 1934 wurde der Verein erneut umgetauft auf den Namen „Ortsfachgruppe Norden, Reichsfachgruppe Imker“.

Die Jahreshauptversammlung wurde in vollständiger Besetzung abgehalten. Bereits 1934 wurden Bienenseuchen-Obmänner eingesetzt. Dieses war der Konrektor Cassens und der Imker Tecken aus Norden, geht aus den Protokollen hervor.

Im gleichen Jahr wurde angeregt, Linden, Ahorn und Ulmen nicht weiter zu beschneiden, um das Nahrungsangebot für Bienen sicherzustellen, zitierte de Buhr ein Zeitungsauszug aus dem Kurier.1935 wurde schließlich ein Rapskataster eingeführt, um die Flächen besser unter die Imker zu verteilen, konnte Vorsitzender de Buhr aus den alten Protokollen berichten.

Die Mitgliederzahlen hielten sich im Norder Imkerverein bis zu Kriegszeit nahezu konstant. Die Zeiten wurden härter und es kam zur Abgabe von Honigwachs für die Kriegswirtschaft. Die Folge für die Imker war, dass ihre eigenen Vorräte knapp wurden.

Der Imkerverein Norden feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Wie musste man sich die Imkerei damals überhaupt vorstellen ?

Die Technik und Vielfallt der ganzen Werkzeuge und Schleudern lassen sich in kleinster Weise mit der heutigen vergleichen, so Thorsten de Buhr. Geimkert wurde in den meisten Fällen mit Strohkörben und Hinterbehandlungskästen, die Einzug in das Magazinimkern hielten. Die Beuten waren um einiges kleiner als die die jetzigen Magazinbeuten. Heutige Styroporbeuten waren natürlich nicht zu finden.

„Imker waren stets sparsam, was man besonders an unseren älteren Imkern erkennen kann“, zog de Buhr schmunzelnd ein Resümee und weiter: „Was damals sicherlich auf die schlechten Zeiten zurückzuführen war. Es wurde zwangsläufig viel instand gesetzt oder Rähmchen neu gedrahtet. Ein Neukauf kam nur selten in Frage.“

Der Zweite Weltkrieg sorgte dafür, dass aus der lieblichen Honigschleckerei des Imkers ein kostbarer Artikel wurde, der in den Notzeiten oft einziges Mittel zum Süßen war. Die Honigpreise wurden, wie Thorsten de Buhr in den Protokollen nachlesen konnte, staatlich festgelegt. Der Großhändler bezahlte 1940 für losen Honig (500 Gramm) 1,05 RM. Im Laden kosteten 500 Gramm Honig im Einheitsglas 1,55 RM. 1940 gab es im Bereich des Imkervereins 515 Kastenvölker und noch 142 Korbvölker. Pro Volk waren 3 Kilogramm Honig als „wertvolles Volksgut“ abzugeben. Auch Bienenwachs musste, wenn es nicht zur Mittelwandherstellung genommen wurde, abgegeben werden.

Am 16.12.1945 wurde Herr Albert Lentz zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die harten und spärlichen Kriegsjahre vergingen und das Vereinsleben kehrte langsam zur Normalität zurück. Aber die weiteren Jahre waren dennoch beschwerlich für jeden Imker. Die Währungsreform im Jahre 1948 wurde für viele Imker sogar zu einem Kraftakt, da der Zucker für die Winterfütterung sehr teuer wurde, wusste de Buhr zu berichten.

Im Jahre 1951 waren sage und schreibe 4 Mitglieder bei der Versammlung anwesend. Im gleichen Jahr wurde der Lehrer van Dieken zum 1. Vorsitzenden gewählt. 1953 schließlich wurde der Züchterring in Norden gegründet.

Bereits im Jahr 1955 gab es eine Aufzeichnung, dass Imker möglichst ihren Honig  im Einheitsglas verkaufen sollten, um sich von ausländischen Honigen abzuheben.Der Imkerverein Norden hatte zum damaligen Zeitpunkt etwa 50 Mitglieder.

Im Jahre 1962 wurde endlich ein Platz für die Inselbelegstelle auf Norderney gefunden, denn der alte Platz konnte nicht mehr genutzt werden. Die Gründe hierfür sind nach den Worten von de Buhr leider nicht bekannt.

Im Jahre 1963 wurde der Norder Stadtinspektor Hermann Poppen zum ersten Vorsitzenden gewählt. Sein Vorgänger musste das Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben.

Seit 1965 legte der Imkerverein Norden besonderen Wert auf die Zucht. Es wurde Zuchtstoff abgegeben. Aufgrund der guten Arbeiten in der Zucht, entstand eine enge Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut Oberursel, wusste der jetzige Vorsitzende aus dem Studium der alten Protokollbücher zu berichten.

Am 16.03.1969 wurde Willfried Brüchert zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er sollte dieses Amt über 40 Jahre ausüben.

In den 1980 überschwemmte dann die Varroamilbe Ostfriesland – in der Geschichte der Bienenzucht und Imkerei eine Zäsur. Der Parasit sorgt bis heute für große Schäden in den Bienenvölkern.

Im Rahmen seiner guten Zuchtarbeit in seiner langen Vereinszugehörigkeit konnte Willfried Brüchert viele Imker durch seinen Erfahrungsschatz und Zuchterfahrungen begeistern. “ Willfried und Doris haben den Norder Imkerverein maßgeblich geprägt und zu einen guten Namen verholfen. Hierfür möchte ich mich im Namen des Vorstandes recht herzlich bedanken“, lobte der jetzige Vorsitzende dieses tolle Engagemnt für den Verein. Seit 2010 ist Willfried Brüchert der Ehrenvorsitzende des Norder Imkervereins.

2010 wurde Walter Schadt aus Norden als Brücherts Nachfolger zum 1. Vorsitzenden gewählt. 2016 gab Schadt aus beruflichen Gründen das Amt an Thorsten de Buhr ab.

Der Vorsitzende wies während des aktuellen Teils seiner Rede auf den hohen Stellenwert der Neuimkerausbildung hin. Seit 2017 bietet er gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Marienhafer Imker, Helmut Freese, die Kurse bei der KVHS in Norden an. „Hier konnten wir einige Imker und Imkerinnen in den letzten Jahren gewinnen und so dem demografischen Wandel entgegenwirken. Mit wachsender Begeisterung ist die Imkerei in den letzten Jahren regelrecht zu einem Hype geworden, der bis zum heutigen Tage nicht abgenommen hat“, freute sich de Buhr.

Im vergangenen Jahr 2019 konnte der Verein einen weiteren Erfolg verbuchen: Dem Verein wurde die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

Zum Schluss machte de Buhr erneut auf die auch nach seinen eigenen Recherchen großen Schäden an den Bienenvölkern aufgrund des Einsatzes von Spritzmitteln aufmerksam. Auch die Wildkräuter würden zunehmend von der Bildfläche verschwinden. „Längst sind viele Arten aus der Region verschwunden, die einst für guten Ertrag gesorgt haben“, so der Vorsitzende besorgt. /RF/TdB


Heinrich Immoor aus Hage ist 62 Jahre Mitglied des Imkervereins Norden. Vereinsvorsitzender Thorsten de Buhr (l.) und sein Stellvertreter Walter Schadt überreichten die Ehrenurkunde.
Johannes Bracht kann auf eine 63-jährige Vereinsmitgliedschaft zurückblicken. Vereinsvize Walter Schadt lobte das Engagement und übergab zum Dank die Ehrenurkunde.

Ehrungen

Ein Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen von langjährigen Mitgliedern. Johannes Bracht, Großheide, wurde für seine 63-jährige Vereinszugehörigkeit vom 2. Vorsitzenden Walter Schadt ausgezeichnet. Auf Platz zwei folgte mit 62 Jahren Vereinstreue Heinrich Immoor aus Hage, der die Urkunde von Vereinschef de Buhr entgegennahm. Die weiteren Ehrungen: Ehrenvorsitzender Willfried Brüchert (Norden, 55 Jahre Zugehörigkeit), Jakobus Eden (Hage, 40), Klaas Kampen (Norden, 40), Gerhard Grendel (Norden, 30), Georg Germann (Lütetsburg, 28), Siegfried Seyb (Norden, 24), Jürgen Schulz (23), Walter Wäcken (Westerende, 20), Daniel Rabenstein (Ostermoordorf, 17), Friedrich Homann (Norden, 17), Silvia Rabenstein (Ostermoordorf, 16), Ingo Wäcken (Großheide, 16) und Beate Rabenstein (Großheide, 16). /RF